Travel Notes #7: Vienna Calling

Die Fahrt von Studienka über Bratislava nach Wien verläuft ohne besondere Vorkommnisse. Am Wiener Hauptbahnhof steigen wir in die U-Bahn, um zu unserem Hotel zu kommen. Soweit alles gut, auch wenn uns die Fahrkartenpreise und die Zugbindung der Tickets schon etwas auf die Nerven gehen. In der Slowakei war man doch irgendwie flexibler unterwegs. Und dann ist da ja noch die App.

Wenn die App dir eine unfreiwillige Sightseeing Tour beschert

Mit Apps ist es manchmal wie mit Navigationssystemen fürs Auto – man sollte ihnen nicht immer blind vertrauen. An der Zielhaltestelle angekommen, meint die App auf einmal, wir sollen nochmal 6 Stationen mit der Tram fahren und dann sind wir am Hotel. Also steigen wir in die Bahn und fahren bis zum vermeintlichen Ziel, steigen dort aus und trauen unseren Augen nicht. Die App schickt uns links die Straße hinunter, dann wieder links und dann sollen wir knapp 3 Kilometer in die Richtung laufen, aus der wir gerade gekommen sind. Die Laune ist inzwischen komplett im Keller. Natürlich laufen wir nicht, sondern steigen wieder in die Bahn und fahren zurück, auch wenn das Ticket nur für eine Fahrtrichtung gültig ist.

Im Hotel angekommen brauchen wir, wie fast immer an den Reisetagen, erstmal eine Pause. So wie man es sonst kennt, eben die Sachen ins Zimmer schmeißen und dann direkt durchstarten, ist bei dieser Art des Reisens kaum möglich. Reisetage plane ich schon gar nicht mehr für Erkundungen ein. Gerade nicht nach solchen Strapazen.

Sisi und die Influencer

Eine kleine Runde zum Schloss Schönbrunn machen wir dann aber doch noch. Schließlich ist das durch Kaiserin Sisi bekannte Bauwerk nur etwa 15 Gehminuten vom Hotel entfernt. Vielleicht sind wir einfach nur spießig, aber wir echauffieren uns über die Leute, die sich im Schlosspark für Insta selbst inszenieren und sich anscheinend für kein dummes Gesicht zu schade sind.

Schloss Schönbrunn.

Wiener Klassik Buffet: Oder wie der Deutsche sagt – Frühstück

Den nächsten Tag starten wir mit einem Frühstück vom „Wien-Klassik-Buffet“. Was auch immer das sein mag. Es gibt ganz „klassisch“ Brötchen, Brot, Wurst, Käse, Eier und Marmelade. Standard halt, aber okay. Der O-Saft ist allerdings kaum genießbar. Es ist ja in Ordnung, wenn Hotels Konzentrat mit Wasser anrühren, aber es wäre ratsam, dass vorher jemand aus der Küche das Zeug probiert, bevor es den Gästen angeboten wird.

Der Saft schmeckt genauso, wie das Wetter ist – schlecht. Nachdem wir die letzten Tage nur mit Sonnenschein verwöhnt wurden, ist es heute nur am Regnen. Wir machen aber das Beste daraus und wollen trotzdem in die Stadt fahren. Der nette Mensch, der sich im Frühstücksraum um die Gäste kümmert, erweist sich als kleine Plaudertasche im positiven Sinne. Bevor man den Raum verlässt fragt er jeden Gast, was er denn heute vor hat und hat für jeden einen kleinen Tipp parat.

Gefühlt kennt der Mann jede U-Bahn und Tram Linie auswendig und stellt uns kurzer Hand einen Plan zusammen, wie wir am Besten zu welcher Sehenswürdigkeit kommen. Das ist in sofern nützlich, weil wir nur diesen einen Tag für Wien haben, da es Morgen schon wieder weiter nach Bosnien und Herzegowina geht. 

Schnitzel, Prater und Barrock

Wir folgen grob seinem Plan, verlieren uns aber schon bald in den vielen Straßen und den interessanten Gebäuden, die sich allerdings oft ähnlich sehen, sodass wir ab und zu wirklich dachten, wir hätten das schon Mal gesehen. Es fängt wieder stärker an zu regnen. Ein guter Zeitpunkt, um ein bisschen mit der Tram zu fahren, um nicht komplett durchnässt zu werden.

Menschen stehen Schlange vorm Café Central.
Das Kunstmuseum im Museumsviertel.
Bei dem Wetter hilft nur noch der gute alte Spiderman äh… Regenschirm.

Wir fahren zum berühmten Wiener Prater, einem dauerhaften Jahrmarkt, und gönnen uns eine Fahrt im Riesenrad. Es gibt eine Menge interessanter Fahrgeschäfte, die allerdings auch ihren Preis haben.

Blick über den Prater.
Die Wiener Skyline.

Wir sparen uns hier lieber das Geld und geben es für Bier und Essen aus. Dafür fahren wir zu einer Art Kneipe Namens Keiner Stuben. Hier sieht es aus, als wäre die Zeit irgendwann in den Achtzigern stehengeblieben. Wir genießen leckere Schnitzel mit Pommes und Reis und gönnen uns dazu ein Bier bzw. Radler. 

Gerstensaft…
… und Schnitzel.

Gut gestärkt geht es weiter zur Karlskirche und abschließend zum Schloss Belvedere. Wir haben wieder einige Kilometer heruntergerissen und freuen uns jetzt auf die Rückkehr ins Hotelzimmer und eine ruhige Nacht, bevor es morgen zum Wiener Airport und von dort aus mit dem Flieger nach Bosnien und Herzegowina geht.

Die Karlskirche in Wien.
Schloss Belvedere.

Veröffentlicht von Dennis Gloth

Street Fotograf und Reiseblogger aus Leidenschaft.

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