Travel Notes #6: Trnava, Bratislava und Burg Blasenstein

Da wir am Montag erst einmal einkaufen müssen, schlage ich vor, nur einen kleinen Ausflug zu machen und überhaupt erstmal die Lage zu checken, wie man am besten wo hin kommt. Denn so leicht wie es noch in Tschechien war, ist es hier schon allein aufgrund der „dörflichen Lage“ nicht. In Malacky (ausgesprochen Malatzky) befindet sich für uns der Dreh- und Angelpunkt für die Ausflüge. Statt mit dem Bus, sitzen wir auf einmal im Zug nach Bratislava und stellen fest, dass dieser bis nach Trvana weiterfährt.

Trnava: Das Rom der Slowakei

Den Spitznamen hat der Ort aufgrund seiner großen Dichte an Kirchen. Gefühlt an jeder Straßenecke steht eine Kostel. Zudem hat der Ort ein paar schöne Ecken mit einer alten Stadtmauer und lohnt sich daher als kleiner Ausflug für 2-3 Stunden, wenn man so etwas mag.

Bratislava

In Bratislava besuchen wir zuerst die Gedenkstätte Slavin, von der aus man einen guten Blick über die Stadt und vor allem auf das Schloss hat. In einer holprigen Fahrt in einem Bus, der kaum größer als ein Sprinter ist, geht es wieder herunter, wo wir uns vor allem die Altstadt ansehen.

Die Burg von Bratislava.

Zur Abkühlung gönnen wir uns einen Iced Latte in einem kleinen Café, das versteckt in einem Hinterhof liegt und scheinbar hauptsächlich von Einheimischen besucht wird. Zum Abschluss besuchen wir noch die blaue Kirche, die etwas außerhalb der Altstadt liegt.

Etwas ab vom Schuss, aber vielleicht gerade deshalb so beliebt – das Pasteleria.
Schöne Abkühlung bei der Hitze.
Paketbote mit einer Message.
Die Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes, umgangssprachlich auch „UFO Brücke“ genannt, führt über die Donau.
Die blaue Kirche von außen.
Und die blaue Kirche von innen.

Inzwischen setzen uns die knapp 34 Grad ziemlich zu und wir sind irgendwie froh, als wir wieder im Zug in Richtung Malacky sitzen. Bratislava ist für einen Ausflug okay, hat uns aber auch nicht vom Hocker gerissen. Sicherlich gibt es auch noch mehr zu entdecken, aber aufgrund der anhaltenden Hitze haben wir uns weitere Exkursionen erspart.

Plavecký Hrad: Unser persönliches Slowakei-Highlight

Zum Abschluss unseres Aufenthalts in der Slowakei machen wir noch einen kleinen Ausflug zur Burg Blasenstein, wie Plavecký Hrad auf deutsch heißt. Die Anfahrt ist relativ einfach – mit dem Bus von Studienka bis zum Malacky Stadion und dort in die 289 umsteigen, die einen direkt an der Burg rausschmeißt. Soweit so gut. Bis zum Stadion haben wir es geschafft und warten auf den Anschluss, der irgendwie nicht kommt. Gegenüber kommt schonmal die 289, dann wird er ja wohl hier auch gleich aufkreuzen.

Wir gucken noch einmal auf das Haltestellenschild und machen einen schockierende Entdeckung. Das Schild, das wir uns angesehen haben, gehört scheinbar auf die andere Straßenseite und der Bus den wir vorhin so schön vorbeifahren gesehen haben, war wohl unser. Das alles wäre nicht so schlimm, wenn diese Verbindung nicht nur alle 2 Stunden bedient werden würde.

Dass das rechte Schild nicht fest verbaut ist, fällt uns erst später auf. Leider zu spät.
Die Synagoge von Malacky.

Da stehen wir also, am Rande von Malacky, dessen Highlights eine Synagoge und der örtliche Supermarkt sind. Okay, sicherlich gibt es hier noch mehr zu sehen, aber in diesem Moment sind wir einfach nur angefressen und haben den Ausflug innerlich schon abgehakt. Ich schlage vor, dass wir dann mal nach den schönen Ecken von Malacky suchen, als uns zufällig an einer Haltestelle ein Bus eines anderen Unternehmens entgegen kommt und Melina blitzschnell erkennt, dass dieser auch zur Burgruine fährt. Wir müssen zwar noch einmal „tief“ in die Tasche greifen und 1,37€ pro Fahrkarte zusätzlich zahlen, aber das ist uns in dem Moment auch egal.

Der Bus fährt uns nach Plavecké Podhradie, wo sich die Burg befindet. Da die Haltestelle „KAŠTIEL“ heißt, glaube ich, dass der Bus uns direkt an der Burg rausschmeißt. Dem ist natürlich nicht so. Die Ruine liegt gut 400 Meter über dem Meeresspiegel und den Weg nach oben müssen wir selbstverständlich zu Fuß zurücklegen. Und das, am heißesten Tag der Woche. Oben angekommen sind wir völlig platt und statt einer Burg bräuchten wir jetzt eher ein Sauerstoffzelt.

Da haben wir uns ja etwas vorgenommen.
Im Internet steht, dass die letzten Meter für Rentner anstrengend sein können. Das hier ist erst der Anfang der Strecke.

Nach einer ausgiebigen Trinkpause erkunden wir nach und nach jeden Winkel der Anlage. Das Beste kommt dabei wie immer zum Schluss. Ziemlich am höchsten Punkt der Burg finden wir eine Bank in der Ruine die a) im Schatten liegt und b) einen umwerfenden Blick über die Landschaft inklusive der kleinen Karpaten bietet. Wir bleiben tatsächlich 2 Stunden auf dieser Bank sitzen und genießen einfach nur die Ruhe und den erfrischenden Wind, der uns um die Nase weht.

Blick auf die kleinen Karpaten.

Der Abstieg geht zwar leichter, aber nicht weniger anstrengend. Ich suche mit dem Handy nach einem Supermarkt in der Nähe, wo wir uns vor der Rückfahrt noch ein schön kaltes Getränk gönnen wollen. Der „Coop“ befindet sich etwa 700 Meter von uns entfernt und wir müssen die Beine schon etwas in die Hand nehmen, damit wir den Bus nicht verpassen.

Im Supermarkt angekommen, suchen wir vergeblich nach einem Kühlschrank mit Getränken. Das einzig gekühlte Getränk ist Milch und nicht gerade das, was wir uns erhofft haben. Also gibt es warmes Radler, alkoholfrei. Den Weg zur Haltestelle schaffen wir locker und sehen auf dem dortigen Thermometer 39 Grad angezeigt. Da schwitzen wir direkt nochmal eine Runde extra.

Ohne Worte.

K.O. aber glücklich geht es zurück nach Hause. Wir sind uns beide einig, dass Burg Blasenstein eine der besten Burgruinen ist, die wir bis dato besucht haben. Außer uns waren in der gesamten Zeit, die wir oben waren, und das waren gute drei Stunden, vielleicht noch 2-3 Leute dort. Keine Touristen, einfach nur Ruhe und dazu dieser megamäßige Ausblick. Hier kann man fast noch von einem Geheimtipp sprechen.

Auf ein Eis mit den Gastgebern

Am letzten Abend laden wir unsere Gastgeber Petra und Josef als Dankeschön für die schöne Zeit auf ein Eis ein. Melina hat vorher gecheckt, wie lange die Eisdiele geöffnet hat. Aber nur weil am Laden steht, dass er bis 21:00 geöffnet hat, heißt es in der Slowakei noch lange nicht, dass du um 20:30 dort noch ein Eis bekommst. Der Laden hat dicht und wir müssen umdisponieren. 

Unsere Wahl fällt auf die Dorfkneipe, welche die Gastgeber selbst noch nicht kennen. Statt Eis gibt es jetzt gekühlte Getränke. Wir lassen die Woche noch einmal Revue passieren und unterhalten uns über die kulturellen Unterschiede zwischen Slowaken, Österreichern, Deutschen, Ukrainern – und Japanern. Die Zeit vergeht wie im Flug und leider heißt es so langsam Abschied nehmen. Wir werden die Slowakei mit einem weinenden Auge in Richtung Österreich verlassen, denn wir haben selten so herzliche und hilfsbereite Menschen kennengelernt, wie in diesem Land.

Veröffentlicht von Dennis Gloth

Street Fotograf und Reiseblogger aus Leidenschaft.

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