Südafrika: Von Hippos, die keine sind, und einem VW Polo auf Abenteuerfahrt

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3–5 Minuten

St. Lucia, ein kleines Paradies an der Ostküste Südafrikas. Ein Ort, wo die Wildnis direkt vor deiner Haustür beginnt. Oder zumindest auf der Straße. Denn der Ort ist bekannt für seine Nilpferde, die angeblich nachts durch die Straßen schlendern – so sagt man zumindest. Mit dementsprechend großen Erwartungen im Gepäck reisen wir nach St. Lucia. Die Vorstellung, ein zweieinhalb Tonnen schweres Tier dabei zu beobachten, wie es gemütlich durch eine Wohnsiedlung spaziert, ist einfach zu gut, um sie nicht live erleben zu wollen.

Aufgrund der langen Strecke vom Kruger Nationalpark nach St. Lucia, legen wir eine Übernachtung in Ermelo in einem sog. Rondavel ein.
Ein Nachmittagssnack…
…und ein fantastisches Frühstück sind inklusive.

St. Lucia – Die Stadt der Hippos – oder auch nicht

Doch die Hippos haben offenbar andere Pläne. Während unseres gesamten Aufenthalts lässt sich kein einziges dieser massiven, wasserliebenden Ungetüme blicken. Nicht auf der Straße, nicht im Fluss – nicht einmal ein schüchterner Blick aus dem Gebüsch.

Höhepunkt der Nilpferd-Sichtungstour ist mein vermeintlicher Fund eines Babynilpferds. Auf der Straße vor uns taucht plötzlich eine kleine, gedrungene Gestalt auf. Das Herz schlägt schneller. „Endlich! Ein Babynilpferd in freier Wildbahn!“

Je näher wir kommen, desto mehr wird klar, dass es sich nicht um ein Nilpferd handelt.

Dann die Ernüchterung: Es ist kein Babynilpferd und auch kein Warzenschwein, von denen sich viele in den Wohngegenden herumtreiben. Es ist nur ein Dackel.

Estuary Boardwalk – Der nächste Versuch

Wir laufen auch den Estuary Boardwalk, eine der beliebtesten Routen in der Gegend. Und was sehen wir? Keine Nilpferde, keine Krokodile. Dafür aber ein paar freche Affen und Souvenirhändler, die uns geschnitzte Tiere verkaufen wollen. Ein Angebot, das fast so präsent ist wie die Abwesenheit der eigentlichen Stars der Region.

Wir starten einen letzten Versuch doch noch Hippos zu sehen und begeben uns an den Anleger der kleinen Stadt, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. Ein wunderschöner Moment, begleitet von der Hoffnung, dass vielleicht doch eines dieser Nilpferde vorbei schwimmen würde. Doch leider auch hier, Fehlanzeige. Stattdessen begleitete uns die friedliche Stille der Dämmerung. Auch schön, aber eben kein Hippo.

Für alle, die es nach St. Lucia zieht: Bringt Geduld mit, ein Fernglas – und vielleicht ein Leckerli für die Dackel. Sicher ist sicher.

Abenteuer im Hluhluwe-iMfolozi-Nationalpark

Wenn man an Südafrika denkt, dann kommen einem oft zuerst der Kruger Nationalpark oder die Garden Route in den Sinn. Doch wer uns ein wenig kennt, weiß, dass wir uns gerne auch abseits der Touristenpfade bewegen. Auf der Suche nach unberührter Natur und etwas mehr Ruhe, haben wir uns den Hluhluwe-iMfolozi-Nationalpark ausgesucht.

Wir haben das Glück, an zwei Tagen diesen beeindruckenden Park zu erkunden, und es ist ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden. Der Hluhluwe-iMfolozi ist nicht nur der älteste Nationalpark Afrikas, sondern auch ein wahres Paradies für Tierliebhaber.

Nashörner, wohin das Auge reicht

Einer der Höhepunkte unseres Besuchs ist die Begegnung mit unzähligen Nashörnern. Diese majestätischen Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, ist schlichtweg beeindruckend. Besonders in einer Zeit, in der Nashörner durch Wilderei so stark bedroht sind, ist es umso berührender, sie in solch großer Zahl zu erleben.

Neben den Nashörnern sehen wir natürlich auch noch jede Menge andere Tiere und unsere Hoffnung, hier einen deutlich ruhigeren und weniger überlaufenen Park vorzufinden, erfüllt sich voll und ganz. Weniger Autos, mehr Natur und eine deutlich intimere Safari-Erfahrung.

Süße Szene auf einem Parkplatz im Nationalpark.
Besser auf Abstand bleiben.

Ein VW Polo und die Tücken der Schotterpisten

Während die Tierwelt uns durchweg begeistert, sorgt unsere Wahl des Fahrzeugs für den nötigen Nervenkitzel. Mit einem VW Polo über die teils sehr holprigen Schotterpisten des Parks zu fahren, ist eine Herausforderung, die wir vorher wohl etwas unterschätzt haben. Ein kleiner Steinschlag, den wir uns irgendwo auf einem Highway eingefangen haben, entwickelt sich im Laufe der Tour zu einem beachtlichen Riss, der sich über die gesamte Windschutzscheibe zieht.

Der kleine Steinschlag verwandelt sich mehr und mehr in einen großen Riss, quer über die gesamte Frontscheibe.

Auf manchen Strecken denken wir wirklich, der Wagen wird uns gleich auseinander fallen. Doch der Polo hält tapfer durch und wir sind uns sicher, dass dies die größte Herausforderung für ihn war. Zum Schluss ein kleiner Tipp: Ein Geländewagen wäre vielleicht eine bessere Wahl. Es sei denn, du möchtest deine eigene „VW Polo gegen die Wildnis“-Story schreiben.


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