Unser letztes Highlight auf unserem Roadtrip durch Namibia ist der Besuch des Etosha Nationalparks. Mit über 22.000 Quadratkilometern bietet dieses Naturschutzgebiet reichlich Platz für Wildtiere jeder Art. Zwei Tage lang erkunden wir das riesige Areal auf eigene Faust und gönnen uns eine Nacht in einer der Lodges innerhalb des Parks, direkt an einem Wasserloch gelegen. Klingt eigentlich nach einem perfekten Wochenende, doch ganz reibungslos klappt auch dieses Abenteuer nicht.
Diese beiden Tage gehören wohl zu den schönsten auf unserer ganzen langen Reise. Wir sind immer wieder total geflasht, weil wir einfach unglaublich viele Tiere entdecken und sie stundenlang in ihrer natürlichen Umgebung beobachten können. Sie stören sich kein bisschen an uns, wir sind quasi unsichtbar und wir sind diejenigen, die sich anpassen müssen. Wollen die Tiere die Straßenseiten wechseln, haben wir zu warten, was wir natürlich auch sehr gerne tun. Es ist immer wieder aufs Neue ein unbeschreibliches Gefühl, beispielsweise von einer Horde Berg- und Steppenzebras umzingelt zu sein oder abzuwarten, dass die 50 Springböcke endlich zum nächsten kleinen Schattenplatz hopsen können.


Bei unserer ersten richtigen Selbstfahrer-Safari werden wir mit so viel Glück überschüttet, dass wir es kaum fassen können. Durch die Trockenzeit und die unglaubliche Dürre sind die Tiere darauf angewiesen, die Wasserlöcher aufzusuchen, um sich zu versorgen. So hat man natürlich gute Chancen, dort viele Tiere zu sehen, sodass auch wir gleich bei den ersten Wasserlöchern jede Menge Exemplare entdecken.


Bei unserer Übernachtung im Park selbst, sitzen wir bis spät abends am Wasserloch und beobachten die Tiere und ihr Verhalten gegenüber den anderen. Neben einem Nashorn mit Baby, Zebras und Schakalen kommen auch immer wieder Elefantenherden zum Wasserloch und man sieht und hört die ein oder andere Hyäne heulen. Die Dickhäuter kommen immer wieder zurück und bilden am Ende mit etwa 30 Vertretern und einigen Jungtieren ein atemberaubendes Bild. Immer wieder bleiben sie wie versteinert stehen und horchen, ob Feinde im Anmarsch sind. Generell ist gut zu beobachten, wie sich alle Tiere nach und nach nähern, als hätten sie ein Zeitfenster, dann wieder verschwinden und die nächste Tierart kommt. Zum Schluss vermischt es sich etwas, wobei die Tiere immer mit Vorsicht und höchster Aufmerksamkeit für ihre Umgebung agieren.


Nach einer kurzen Nacht können wir uns noch nicht wieder zum Sonnenaufgang aufraffen, sind aber zumindest um 7:00 Uhr morgens wieder am Wasserloch. Dieses Mal sind allerdings nur ein paar Antilopen zu Besuch und so frühstücken wir erst einmal eine halbe Stunde später.
Als wir dann weiter fahren wollen, stellen wir fest, dass wir einen Platten haben. War ja klar, dass das noch passieren musste, denn in Namibia hat so ziemlich jeder Reisende mindestens 1-2 Reifenpannen während der Reisezeit, was natürlich hauptsächlich an den Zuständen der Pisten hier liegt. Beim Anblick unseres Ersatzreifens fallen wir fast vom Glauben ab. Das Ding taugt maximal für eine Mofa. Definitiv nichts für die Schotterpisten. Wir haben Glück im Unglück. Nur ein paar Meter von unserem Zimmer entfernt befindet sich eine Tankstelle und ein gewiefter Mechaniker, der sich unserem Problem annimmt. Nach 1,5 Stunden in der prallen Hitze bei 35 Grad am Morgen, bekommt er den Reifen fixiert und drückt uns alle Daumen, dass wir hier heil raus kommen. Na prima.



Mit einem leicht mulmigen Gefühl, so angeschlagen von den Wildtieren umgeben zu sein, setzen wir unsere persönliche Safari Tour fort. Und was sollen wir sagen, nach dem schlechten Start in den Tag geht unsere Glückssträhne von gestern weiter und wir sehen sogar Geparden, wie verrückt ist das denn!?




An den zwei Tagen im Park haben wir noch so viele andere tolle Tiere gesehen. So auch Gnus und sogar ein paar faule Löwen, nur einen Meter von unserem Auto entfernt. Ein wahnsinniges Gefühl. Wir haben die Zeit sehr genossen und hätten noch wochenlang dort verbringen können. Ein einmalig schönes Erlebnis.

LETZTE ETAPPE
Selbst auf den letzten 500 Kilometern zurück nach Windhoek vergeht keine Stunde, an der wir nicht mindestens ein Tier an der Straße sehen. Anfangs sind es Affen, dann wieder Giraffen, Strauße und sogar ein paar Warzenschweine mit ihren Jungen. Einfach niedlich die kleinen Pumbas.
Nach 2 Wochen Roadtrip und über 3.000 Kilometern Strecke geben wir das Auto zurück und freuen uns auf die nächsten autofreien Tage, ein wenig Entspannung und Verarbeitung der Ereignisse der letzten Wochen bevor es weiter ins nächste Abenteuer, zurück nach Südafrika, geht.

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