Feiertage in Deutschland – Heimat, Freunde und ein bisschen Arbeitswahnsinn

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2–3 Minuten

Bevor unsere große Reise weitergeht, gönnen wir uns die Feiertage in Deutschland – schließlich wollen wir nicht riskieren, dass uns die Familie enterbt. Also steht jede Menge Quality Time auf dem Programm: Bowling, Weihnachtsmarkt, hemmungsloser Brunch. Das tut gut und lenkt uns nebenbei auch wunderbar vom grauen Dezembermatsch ab. Ganz nebenbei werfen wir uns auch wieder in den Arbeitswahnsinn, denn ein bisschen finanzielle Polsterung schadet nie – wer will schon beim Reisen von Dosensuppen leben?

Jahreswechsel an der Nordsee

Kaum sind wir halbwegs akklimatisiert, geht’s zum Jahresende auch schon wieder auf Tour. Diesmal ist die Nordsee dran: Carolinensiel ruft! Mit einem Teil der Familie verbringen wir ein paar Tage in dem kleinen Ort, den wir schon oft besucht haben und immer wieder lieben. Spaziergänge, lokale Spezialitäten und eine Extraportion salzige Brise – klingt doch nach einem Plan. Obwohl Weihnachten längst Geschichte ist, thront im Hafen noch ein Tannenbaum auf dem Wasser, und am Weihnachtsmarktstand gibt’s immer noch Glühwein. Da kann man ja wohl schlecht Nein sagen.

Ein friesischer Tee darf natürlich auch nicht fehlen.

Die nächsten Tage tingeln wir weiter herum, unter anderem nach Neuharlingersiel, wo uns die Nordseeluft einmal so richtig durchpustet. Der Hafen ist schnuckelig, es riecht überall nach Fisch – wir entscheiden uns gegen den Fisch und für heißen Kaffee und Kakao. Prioritäten müssen sein.

Ein Ritual friesischer Trinkkultur – oder: Brennende Schuhe für alle!

Bevor wir uns dem Jahreswechsel hingeben, wartet noch ein echtes Highlight: die längste Friesengeistmeile der Welt wird entzündet! Falls jemand damit nichts anfangen kann: Friesengeist ist ein hochprozentiger Kräuterlikör, der traditionell brennend serviert wird. Also genau das, was man bei Windstärke 8 an der Küste braucht. Das Event? Eine schier endlose Reihe an Holzschuhen, in denen Schnapsgläser stehen – und das Ganze wird dann feierlich angezündet. Romantik mal anders.

Man kann sich diese Holzschuhe vorher kaufen, gravieren lassen oder einfach die alten aus den Vorjahren mitbringen. Den ganzen Tag über beobachten wir, wie sich die Leute um die besten Schuhe reißen – fast wie beim Winterschlussverkauf. Dann, am Abend, werden die Reihen mit Friesengeist gefüllt, feierlich angezündet, und plötzlich flackert ein Lichtermeer über dem Hafen. Alle Anwesenden sprechen den traditionellen Trinkspruch – eine poetische Ode an den Alkohol, die natürlich niemand nüchtern auswendig kann. Dann geht’s ans Trinken.

Spiele, Volle Bäuche und Lasershow

Silvester hat so seine Traditionen und wir lassen uns nicht lumpen: Raclette bis zur Selbstaufgabe, Gesellschaftsspiele mit mehr Ehrgeiz als nötig und dann mit vollen Bäuchen zum Hafen. Anstelle eines Feuerwerks gibt es hier eine gigantische Lasershow – und ehrlich gesagt, das ist ziemlich cool. Keine Rauchwolken, keine Knallerei, nur bunte Lichter und eine futuristische Stimmung.

Ein Jahreswechsel, wie er im Buche steht – und während die letzten Reste vom Raclette langsam verdaut werden, freuen wir uns auf alles, was jetzt noch kommt.


One response to “Feiertage in Deutschland – Heimat, Freunde und ein bisschen Arbeitswahnsinn”

  1. Avatar von
    Anonym

    cool!

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