Was macht man, wenn die Reiselust wieder anklopft und das nächste große Abenteuer noch ein bisschen warten muss? Man geht dahin, wo es Geschichten gibt – mitten in Deutschland. Zwischen Fritzlar, Fachwerk und dem Fernweh auf dem Campingplatz haben wir entdeckt, dass man nicht erst um die halbe Welt reisen muss, um Gleichgesinnte zu treffen – manchmal reicht schon ein Wochenende in Hessen.
Anreise mit Umweg – Fachwerk statt Fernost
Bevor es zum großen Treffen kommt, nutzen wir die Gelegenheit, mal wieder Deutschland zu entdecken – also das Land zwischen Nordsee, Bürokratie und Bratwurst. Wir machen Halt in Fritzlar. Ein Ort wie aus dem Bilderbuch: Fachwerk soweit das Auge reicht, verwinkelte Gassen, und das Gefühl, dass gleich Rotkäppchen um die Ecke biegt.



Burgblick und Stadtbummel – Homberg warmgelaufen
In Homberg ist es bei unserer Ankunft total verschlafen, irgendwie gemütlich. Standesgemäß erklimmen wir die Burg, um den atemberaubenden Ausblick zu genießen. Anschließend bummeln wir durch die Altstadt mit kleinen Läden, Cafés und einer angenehmen, ruhigen Atmosphäre.




Zwischen Seeigel, Sumpf und Seelenverwandten
Dann endlich das große Treffen: bestes Wetter, bester Platz, beste Leute. Auf dem Campingplatz wird geschnackt, geteilt, gelacht – und endlich mal mit Menschen, die verstehen, dass sechs Wochen Urlaub im Jahr bestenfalls ein schlechter Witz sind, wenn man das Reisen liebt. Dazu eine Frage, die uns alle immer wieder auf die Palme bringt: „Und, wie war der Urlaub?“ Nicht, weil wir es den Leuten übelnehmen würden, sondern weil wir uns in dem Moment wünschen, sie müssten auch nur eine Woche so reisen wie wir: Stunden oder Tagelang in stinkenden Bussen, ohne Wasser, ohne Strom und ohne auch nur den Hauch einer Ahnung, wo man am Abend schlafen wird. Es ist irgendwie witzig – man nimmt’s niemandem krumm, aber es nervt trotzdem.

Unter Anderem mit dabei: Jörg. Bald-Rentner mit glänzenden Augen und einem Rucksack voller Pläne. Er steht kurz vor dem Sprung in die große Freiheit – und wir waren neidisch wie zwei pubertierende Teenies auf Klassenfahrt, die nicht mit ins Schwimmbad dürfen. Als Jörg dann noch das Innere eines Seeigels mit einer besonders kreativen Bremsspur beschreibt, war klar: Dieser Mann ist bereit für Abenteuer – und für die Bühne.
Andere erzählten von festgefahrenen Jeeps in Krokodilsümpfen, bei denen man *aussteigen musste* – was so klingt wie: „Wir haben kurz mit dem Tod gekuschelt, um dann rückwärts rauszufahren.“ Geschichten, bei denen einem das Adrenalin nachträglich durch die Fußsohlen kribbelt.
Abends dann Lagerfeuerromantik, Gitarrenklänge von Kai, dazu Sternenhimmel und das leise Gefühl: Genau deshalb machen wir das alles.

Am nächsten Morgen – mit frisch gebrühtem Kaffee und Brötchen– gibt es ein gemeinsames Frühstück und noch mehr spannende Geschichten und Tipps. Die Zeit fliegt, die Gespräche fließen und wir rollen erst mittags wieder los – schweren Herzens, aber mit leichtem Gepäck im Kopf.
Kassel als Kulturschluss
Auf dem Heimweg legen wir noch einen Zwischenstopp in Kassel ein, machen einen auf Kultur und besichtigen die Sehenswürdigkeiten – quasi als sanften Übergang zurück in die Normalität. So normal es eben sein kann, wenn einen innerlich schon wieder das Fernweh zwickt.





Fazit: Fernweh, Freunde & Freude aufs nächste Mal
Wir sind unglaublich dankbar, dass wir Teil dieser besonderen Gruppe sein durften – eingeladen, aufgenommen und sofort mittendrin. Die Stimmung, die Organisation, die Menschen: einfach großartig. Ein Wochenende voller Inspiration, Lachen, Lagerfeuer – und der Wunsch, nächstes Jahr unbedingt wieder dabei zu sein. Vielleicht mit neuen Geschichten im Gepäck. Aber ganz sicher mit Fernweh.
Kommentar verfassen