Mein fotografischer Weltreise Jahresrückblick 2024

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8–12 Minuten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und so ist es Zeit für einen weiteren Rückblick auf die vergangenen Monate, was mich ehrlich gesagt ein wenig erschreckt. Wo ist die Zeit geblieben? Viel zu schnell scheint das Leben an einem vorbei zu rasen, was aber vielleicht auch einfach daran liegt, dass ich wieder so viel erleben durfte und wahrscheinlich noch lange brauchen werde, um all die verschiedenen und großartigen Eindrücke im Kopf verarbeiten zu können. Das Frühjahr 2024 verlief aus der Sicht eines Reisenden eher unspektakulär, hatte allerdings auch direkt einige Highlights zu bieten.

Überwintern in der kalten Heimat

Bis März habe ich in Deutschland gelebt und die Reisekasse durchs Arbeiten wieder etwas aufgefüllt. Dennoch habe ich währenddessen auch einige Städte besucht. Bremen, Hamburg, Münster und Hengelo in den Niederlanden. Während der Zeit habe ich mich ein wenig mehr mit meiner Fotografie beschäftigt. Ich habe häufiger in schwarz-weiß fotografiert als gewöhnlich und mit Verschlusszeiten herumexperimentiert. Die dunkle und kalte Jahreszeit eignet sich hervorragend für solche Vorhaben.

Erste FotoAusstellung in Lemförde und Interview im GEWOBA Magazin

Richtig spannend wurde es für mich im Februar. Ich bekam die Möglichkeit, eine erste kleine, aber feine Ausstellung im Schootis in Lemförde auf die Beine zu stellen. Unter dem Motto „Street Photography meets Street Food“ zeigte ich für etwa 3 Wochen ausgewählte Bilder von meinen Reisen, die ich zwischen August 2022 und Dezember 2023 gemacht habe. Rückblickend war es, trotz einiger Hürden und damit verbundenen Kosten, insgesamt eine positive Erfahrung. Es war toll zu sehen, wie die Menschen auf die Bilder reagierten und gleichzeitig habe ich gelernt, wo noch Verbesserungspotenzial besteht.

Im Schootis in Lemförde bekam ich zum ersten Mal die Möglichkeit, meine Bilder auszustellen.

Für das Magazin der Wohnungsbau-Gesellschaft GEWOBA, bei der wir Mieter waren, stand ich in einem Online-Interview über unsere Weltreise Rede und Antwort. Es war das erste Mal für mich, dass ich ein Zoom Gespräch führte und irgendwie auch spannend. Wer mich etwas besser kennt, weiß, dass solche Sachen so gar nicht meins sind. Ich denke aber, dass ich mich trotzdem ganz gut geschlagen habe. Wenn du das Interview lesen möchtest, kannst du die Ausgabe (Frühjahr/Sommer 2024) hier herunterladen. 

Europa – Afrika – Europa

Straßburg

Nach gut 3 Monaten in Deutschland packte uns das Fernweh immer mehr und voller Vorfreude ging es nach einem kurzen Zwischenstopp in Straßburg, Frankreich, wieder nach Afrika. Dieses Mal allerdings in den Norden, nach Marokko. Von Agadir aus reisten wir über Essaouira, Marrakech und Fes nach und nach bis hoch in den Norden nach Tanger. Nach dieser Reise gehört Marokko zu einem meiner persönlichen Top 3 Länder, die wir bereist haben. Wir durften sehr nette Menschen kennenlernen, die uns den Abschied nicht leichter gemacht haben und zu denen wir noch heute regelmäßig Kontakt haben.

Die bunten Gassen von Chefchaouen.

Das Fotografieren von Menschen war dort nicht immer ganz einfach. Um nicht unnötig aufzufallen, habe ich nur meine Ricoh GRIII mitgenommen. Bei meinen Recherchen im Internet habe ich öfter gelesen, dass die Menschen aus religiösen Gründen nicht fotografiert werden möchten. Auf Nachfrage vor Ort wurde dies allerdings immer wieder verneint.

Zum ersten Mal nicht begeistert

Über einen zu kurzen Stopp in Spanien reisten wir nach Malta. Ein Ziel, das wir schon lange auf der Liste hatten, von dem wir im Nachhinein allerdings ein wenig enttäuscht waren. Die Städte wirkten auf uns alle ähnlich und mit der Kultur kamen wir kaum in Kontakt. Nach 3 Wochen auf der Hauptinsel und auf Gozo waren wir beinahe froh, von dort wegzukommen.

Für unseren Geschmack viel zu touristisch – die kleine Insel Comino, die zu Malta gehört.

1. Street Photo Walk der „Nordlichter“ und zum ersten mal in England

Mitte Juni organisierten Felix, Philipp und ich einen ersten Photo Walk durch Bremen. Einerseits, um uns bzw. unser Kollektiv ein wenig vorzustellen und andererseits um sich mit (Street) Fotografen zu vernetzen. Wir waren schlichtweg begeistert von der positiven Resonanz und der hohen Teilnehmerzahl. Mit rund 20 Fotobegeisterten schlenderten wir durch die Straßen der Hansestadt und lernten dabei neue Leute kennen oder vertieften bestehende Freundschaften.

London Calling

Kurze Zeit später folgte ein weiteres Highlight. Mein erster Trip nach London. Wer schon einmal dort war, weiß, wie fotogen diese Stadt ist und dass sie besonders für Street-Fotografen unendlich viel zu bieten hat. Da die Rechtslage in England ein bisschen anders ist, als in Deutschland und Europa war es dort um ein Vielfaches leichter, Straßenszenen und Menschen zu fotografieren. Leider zählt London nicht unbedingt zu den günstigsten Pflastern und so hatte ich nur wenige Tage vor Ort, aber ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch auf der „Insel“ war.

„Meet & Street 24“ in Hamburg und die Entdeckung des Baltikums

Im Juli fand das alljährliche Klassentreffen der Street-Photography-Szene in Hamburg statt. Glücklicherweise konnten wir unsere Weiterreise so timen, dass ich dabei sein konnte. Die Hamburger haben extrem groß aufgefahren und ein Event geschaffen, das man so schnell nicht vergessen wird. Es war schön, bekannte Gesichter wiedergetroffen und neue Leute kennengelernt zu haben.

Balkan-Tour

Nur einen Tag später ging es wieder auf Tour und schon wieder eine Premiere auf dieser Reise. Meine erste Nacht unter freiem Himmel. Aber nicht etwa irgendwo in den Bergen oder auf dem Land, sondern im Großstadtdschungel vor den Türen des Berliner Flughafens BER. Da der Flug in den frühen Morgenstunden ging und sich ein Hotelzimmer kostentechnisch nicht gelohnt hätte, wollten meine Frau und ich die Nacht im Terminal des Airports verbringen, wussten aber nicht, dass man nachts kaum Zutritt in das Gebäude bekommt. Mit dem Backpack als Kopfkissen versuchten wir unter freiem Himmel ein paar Stunden zu schlafen, bevor unsere mehrwöchige Reise durch Litauen, Lettland und Estland startete.

Das „Hidden Treasure“ Festival und die Reise nach AMerika

Während ich noch die Städte und Landschaften des Balkans erkundete, wurden meine Bilder neben anderen Fotografen auf dem Hidden Treasure Festival in Bremen ausgestellt. Das Festival, welches sich hauptsächlich an Street Art Künstler und deren Publikum richtet, bot in einer Halle erstmals Fotografen die Möglichkeit, ihre Werke aus dem urbanen Raum zu zeigen. An dieser Stelle muss ich noch einmal ein dickes Dankeschön an Felix Busse richten, der die Ausstellung erst möglich machte und speziell mir half, indem er meine Fotos für mich vorbereitete und ausstellte.

Eines meiner ausgestellten Bilder auf dem Festival.

Oh, wie schön ist Panama

Mit unserer Reise nach Panama Ende August lernten meine Frau und ich einen neuen Kontinent kennen. Panama war unser Einstieg in Mittelamerika. Auch wenn es nicht überall nach Bananen riecht, war Panama für uns ein tolles Reiseziel mit schönen Stränden, netten Menschen und karibischen Vibes. Mit dem oft angepriesenen und gehypten Costa Rica wurden wir hingegen nicht richtig warm. Zu touristisch, zu teuer und kulturell eher uninteressant, hasteten wir vielmehr durchs Land und waren fast froh, als wir es wieder verlassen konnten, obwohl es durchaus schöne Ecken zu bieten hat.

Strände wie aus einem Bilderbuch in Panama.

Dafür hat Nicaragua uns total begeistert. Leute, die wir in Costa Rica kennenlernten, warnten uns, dass es Touristen in Nicaragua zum Teil nicht leicht hätten. Und vielleicht hatten sie recht. Denn schon bei der Einreise kam es zu Problemen und sie wollten mich aufgrund meiner Fotografie nicht ins Land lassen. Nach über einer Stunde des Erklärens durften wir dann aber passieren und verbrachten eine tolle Zeit im Land. Die Menschen, die wir kennenlernten waren sehr herzlich und nett zu uns. In Nicaragua fühlten wir uns willkommen und hätten vermutlich noch mehr Zeit dort verbringen können. 

In Costa Rica konnten wir uns nicht so entspannen, wie wir uns es erhofft hatten.
Malerische Kulisse auf einem Vulkan in Nicaragua.

Eine Neue Kamera und die Rückkehr nach Asien

Meine Fuji X-Pro 2, die ich fast die komplette Zeit meiner Reise dabei hatte, machte in letzter Zeit immer mehr Probleme, sodass es langsam an der Zeit war, sie durch eine neue Kamera zu ersetzen. In meiner engeren Auswahl standen die X-T5 und die X-T50. Obwohl die X-T50 die vermeintlich schwächere Kamera der beiden Modelle ist, fiel meine Wahl auf die kleinere und leichtere. Da sie im Gegensatz zu meiner X-Pro 2 nicht wetterfest ist, muss ich mich in Zukunft ein bisschen umgewöhnen und aufpassen, dass ich sie nicht im Regen ohne Schirm benutze. Dafür freue ich mich aber über das kleine und kompakte Gehäuse und das Klappdisplay, das mir fotografisch neue Möglichkeiten bietet.

Reise nach Japan

Mit der neuen Kamera im Gepäck ging es zurück auf einen „alten“ Kontinent. Es zog uns noch einmal nach Asien. Mein großer Traum, Japan zu bereisen, sollte in Erfüllung gehen. Dieses Land hat unheimlich viel zu bieten. Viel mehr, als ich es mir vorher hätte träumen lassen. Wir hatten Sonne, Regen und Schnee, sahen Berge, Städte, Dörfer und das Meer. Wir probierten viele neue Speisen, an die wir uns vor der Reise vermutlich nicht gewagt hätten. Aber dieses Land kann einen auch überfordern. An den stark frequentierten Orten war es oft so voll, dass einem die Lust am Erkunden schon mal vergehen konnte.

Deshalb ist es wichtig, sich zwischendurch auch mal eine Auszeit zu nehmen, um all die Eindrücke sacken zu lassen und um sie zu verarbeiten. Silvester wird hier nicht mit großem Geballer gefeiert wie bei uns. Es ist eher ein familiäres Fest. Auf NHK, dem großen japanischen TV Sender, findet jährlich ein Gesangswettkampf statt, den wir uns heute Abend wohl „antun“ werden. Für Snacks und Getränke ist bereits gesorgt und so steht einem gemütlichen Abend nichts mehr im Wege.

Die Aussichten für 2025

Nächstes Jahr wird für mich und meine Frau voraussichtlich vorerst „neu“ und sehr ereignisreich. Unsere, nun schon seit über 2,5 Jahre andauernde Weltreise neigt sich leider dem Ende zu. Ende Februar kehren wir „vorerst“ nach Deutschland zurück und müssen uns wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden, dort wieder anzukommen, sowohl beruflich als auch privat. Wir haben nach all den Reisen, die meistens schön, aber oftmals auch anstrengend und nervenaufreibend waren, immer noch Hummeln im Mors und möchten noch so viele Ecken der Welt erkunden, dass wir uns sicher sind, dass wir irgendwann wieder Reisen werden. Vielleicht nicht mehr so lange, aber hoffentlich trotzdem weiterhin so leidenschaftlich. 

Was uns definitiv aufbaut und die Rückkehr ein stückweit erleichtert, ist die Aussicht auf intensive Zeiten mit der Familie und Freunden. Wie bereits zu Anfang erwähnt, rennt die Zeit und wir freuen uns tierisch, unsere lieben Leute wieder um uns zu haben ohne einmal um die Welt fliegen zu müssen.

In meinem Kopf schwirren mir schon länger Ideen herum, was ich mit all den Fotos machen kann, die in den letzten Jahren entstanden sind. Ich hoffe, dass ich ein paar der Ideen umsetzen kann und zum Beispiel ein gedrucktes Zine herausbringen oder ausgewählte Fotos als Drucke auf hochwertigen Papieren zum Verkauf anbieten kann.

Ich hoffe, dass ich 2025 auch wieder an tollen Street Photography Events in Deutschland teilnehmen kann. Meine Unterkunft für das nächste Meet & Street in Dresden ist bereits gebucht. Ich bin zuversichtlich, dass noch weitere Veranstaltungen dieser Art stattfinden, auf denen sich die Community vernetzen und eine tolle Zeit zusammen verbringen kann.

Zusammengefasst wird 2025 das Jahr der Unbekannten. Trotzdem versuche ich dem Ganzen positiv entgegenzutreten und das Beste daraus zu machen. Wie auch immer das aussehen wird.

Danke für alles!

Zum Schluss möchten wir uns bei Dir bedanken, dass du unseren Blog liest und unsere Reisen verfolgst. Leider hängen wir mit dem Veröffentlichen der Beiträge immer noch weit zurück und die letzten Posts erscheinen vermutlich erst, wenn wir längst wieder in der Heimat sind. Daran ist nicht nur das häufig unzureichende Internet vor Ort Schuld. Das Schreiben der Artikel, das Heraussuchen und Editieren der Fotos nimmt mehr Zeit in Anspruch, als ich es vor dem Start des Blogs hätte erahnen können und ohne meine Frau würde es den Reiseblog vermutlich gar nicht mehr geben. Deshalb auch ein dickes Dankeschön an Melina, die mich immer wieder dabei unterstützt. 

Wir wünschen Dir/Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und freuen uns auf ein persönliches Wiedersehen in 2025!


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