Travel Notes #3: Karlovy Vary – Die Stadt der Schnabeltassen

„Příští Stanice: Karlovy Vary“ hallt es durch den Zug. Nach einer etwa zwei stündigen Fahrt erreichen wir Karlsbad. Wirklich einladend sieht es aus dem Fenster nicht aus. Viele Hochhäuser, die mich eher an den Bremer Stadtteil Tenever erinnern, als an einen Kurort in Böhmen.

Ein Bahnhof ohne Busanbindung?

Laut Google gibt es keine Busverbindung vom Bahnhof in Richtung Unterkunft. Also schnallen wir uns unser Gepäck auf die Rücken und gehen die etwa 3 Kilometer zu Fuß. Je näher wir der Unterkunft kommen, desto schöner wirkt die Stadt auf uns. Gebäude im Neoklassizismus säumen den Weg zu unserem Apartment, das wir aufgrund der tollen Aussicht über die Stadt gemietet haben. Zu dem Zeitpunkt hatten wir allerdings nicht einkalkuliert, dass wir zu Fuß inklusive der knapp 35 Kilo Gepäck dort hoch müssen. Aber ich möchte jetzt auch aufhören, ständig über die Schlepperei herumzuheulen. Wir haben es ja schließlich so gewollt.

Schweißgebadet kommen wir oben an und müssen erst einmal durchatmen, bevor wir bei Jan, unserem Gastgeber klingeln. Als er die Tür öffnet, sieht er uns wohl schon an, dass wir kurz vorm Hyperventilieren sind. Er fragt, ob wir die ganze Strecke zu Fuß zurück gelegt haben. Bis zu diesem Zeitpunkt wussten wir nicht, dass die nächste Bushaltestelle nur knapp 200 Meter von der Unterkunft entfernt liegt (Facepalm). Jan zeigt uns unser Zimmer, das, wie sollte es auch anders sein, oben im 4. Stock in einem Altbau ohne Fahrstuhl liegt.

Am nächsten Tag erkunden wir in Ruhe die Altstadt. Sofort fallen die Schnabeltassen auf, mit denen Touristen und Einheimische durch die Gegend laufen. Diese sind dazu da, um aus den zahlreichen Quellen zu trinken, die es gefühlt an jeder Ecke gibt. Wir verzichten auf die kitschigen Souvenirs und probieren mit den Händen an der ein oder anderen Quelle. Der Geschmack ist salzig und die Temperatur „pisswarm“. Wahrscheinlich muss ich mir unterstellen lassen, dass ich ein Kulturbanause bin, aber ich bleibe lieber bei Mineralwasser und Pivo.

Schnabeltassen: Eine kitschiger als die andere.
Neben Schnabeltassen sind Waffeln ein weiterer Verkaufsschlager in Karlsbad.

Die Altstadt lässt sich bequem an 1-2 Tagen zu Fuß erkunden, aber ich hätte durchaus auch länger dort bleiben können. Eine wirklich schöne Stadt, besonders am Abend aus unserem Fenster.

Phänomenaler Blick über die Altstadt von Karlsbad.

Mit dem Bus geht es weiter nach Prag. Um zum zentralen Busbahnhof zu kommen, nehmen wir dieses Mal natürlich den Bus in der Nähe unserer Unterkunft und ersparen uns damit den etwas beschwerlichen Weg durch die Stadt.

Veröffentlicht von Dennis Gloth

Street Fotograf und Reiseblogger aus Leidenschaft.

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