Bekannt für seine ikonischen, rostroten Sanddünen, die zu den höchsten der Welt zählen, zieht Sossusvlei so ziemlich Jeden in seinen Bann. Bisher kannte ich diesen Teil der Erde nur aus Dokumentationen oder von Fotos aus dem Internet. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass wir eines Tages tatsächlich selbst an diesem unwirklichen Ort stehen und uns das Naturwunder aus weiten Dünen und stillen, von Zeit und Trockenheit gezeichneten Täler anschauen.
6:00 Uhr, der Wecker klingelt, heute geht es endlich los! Schnell einen heißen Kaffee und schon geht es wieder auf die Schotterpisten Namibias. Da wir uns bereits im Namib-Naukluft-Nationalpark, dem größten Naturschutzgebiet Afrikas befinden, erreichen wir den Eingang zur Sossusvlei-Wüste nach gut einer Stunde.
Wanderung auf die Düne 45
So früh am Morgen haben wir noch angenehme 27 Grad Außentemperatur. Perfekte Bedingungen, um eine der Dünen zu erklimmen. Wir entscheiden uns für die berühmte etwa 170 Meter hohe Düne 45. Bei dem Anblick vergeht mir jedoch schon fast wieder die Lust und die ersten Schritte mache ich eher widerwillig. Schon nach der Hälfte der Strecke sind wir fix und fertig und unsere Zungen hängen gefühlt im Sand. Wir überwinden uns und gehen immer weiter. Zum Dank unserer Schufterei belohnen wir uns mit einem grandiosen Ausblick über die große, weite Dünenlandschaft.



Wieder am Boden, gibt es endlich Frühstück bevor wir weiter zum Deadvlei, eine Tonpfanne, die sich durch dunkle, tote Kameldornbäume auszeichnet, fahren. Wir erreichen einen Parkplatz und müssen umsteigen.
Deadvlei
Ab hier geht es nur noch mit einem 4×4 weiter. Selbst wenn wir einen Allrad-Antrieb hätten, wären wir ab hier mit dem Shuttle weitergefahren, da man für die Stecke schon etwas mehr Offroad-Erfahrungen haben sollte.




Nach etwa 15 Minuten Fahrt erreichen wir die Salzpfannen, die einmal ein See waren. Die Bäume sind etwa 900 Jahre alt, aber haben sich aufgrund des trockenen Klimas nicht zersetzt. Eine surreale Landschaft und ein Paradies für Fotografen. Die pechschwarzen Bäume, die gebleichten weißen Pfannen, die rostroten Dünen sowie der tiefblaue Himmel bieten unwahrscheinlich starke Kontraste, die mich einige Fotos schießen lassen. Ärgerlich, dass sich trotz der gefühlt einhundert Verbotsschilder immer wieder Touristen für Fotos an die fragilen, toten Bäume lehnen und diese damit nachhaltig beschädigen.





Nach Stunden in der fast unerträglichen Hitze machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto. Auf der Fahrt zurück zum Parkplatz passieren wir einige liegengebliebene Touristen, die sich mit ihren Allradfahrzeugen in die sandige Piste gegraben haben und nun auf Hilfe warten müssen.
Höllenfahrt zum Sesriem Canyon
Bevor wir Sossusvlei endgültig verlassen, möchten wir uns allerdings noch den Sesriem Canyon ansehen. Hätten wir vorher geahnt, was die Anfahrt uns abverlangt, hätten wir uns diese Attraktion wohl gespart. Schon nach den ersten 5 Minuten sehen wir kaputte Pick-Ups und mehr Schlaglöcher als Piste. Alles wackelt und es hört sich so an, als würde sich unser Mietwagen gleich in alle Einzelteile zerlegen. Übermütig und im Nachhinein vermutlich auch etwas naiv, ziehen wir das Ding mit unserem kleinen Auto durch und erreichen den Canyon. Er wurde über Millionen von Jahren geprägt und ist an einigen Stellen sehr schmal. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Schlucht, geben wir bei über 40 Grad endgültig auf und verlassen das Gebiet.



Wir reisen weiter ins gut 80 Kilometer entfernte Solitaire, einer kleinen Siedlung, die aus nicht mehr als einer Tankstelle, einem kleinen Shop, alten, verrosteten Autos und einer Bäckerei, die bekannt für ihren legendären Apfelkuchen ist, besteht. Wir nächtigen vor Ort mit einem Sonnenuntergangsblick auf die Namib-Wüste. Nach diesem fantastischen, aber auch sehr anstrengenden Tag gönnen wir uns das Abend-Buffet und am nächsten Morgen das Frühstück. Natürlich nehmen wir auch noch ein Stück des legendären Apfelkuchens mit. Das haben wir uns verdient.




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