Namibia: Von Küste zu Wüste

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3–4 Minuten

Die Weiterfahrt führt uns einmal mehr vorbei an surrealen Landschaften, in denen wir auch den berühmten Köcherbaum zu Gesicht bekommen. Außerdem passieren wir zufällig einen Ort, der für viele Menschen von größerer Bedeutung ist.

Dabei handelt es sich um einen geografischen Breitenkreis, der die südlichste Position, an der die Sonne direkt über dem Kopf steht, markiert. Er definiert die Grenze zwischen tropischen und gemäßigten Klimazonen und so machen wir hier natürlich auch einen kurzen Halt für das obligatorische Foto.

Walvis Bay

Wir erreichen Walvis Bay am späten Nachmittag. Die Stadt befindet sich an der Atlantikküste und beherbergt den größten Hafen Namibias. Das Besondere des Ortes ist eine 10 km lange Lagune, in der mehr als 120.000 Vögel gezählt wurden. Auch wir kommen in den Genuss einige dieser Vögel zu sehen, von denen uns die zahlreichen Flamingos am meisten faszinieren. Wir beobachten sie und weitere Tiere eine ganze Weile, bis wir fast erfrieren. Während wir gestern noch bei knapp 40 Grad Celsius geschwitzt haben, lassen uns die 20 Grad mit einer steifen Brise ganz schön den Allerwertesten abfrieren.

Swakopmund

Unsere Weiterfahrt nach Swakopmund ist ein richtiger Glücksgriff. Uns erwartet eine komplett asphaltierte, ziemlich glatte Straße. Ein Traum und eher ungewöhnlich für Namibia. Dazu ist die Umgebung einfach nur unglaublich. Schauen wir rechts aus dem Fenster, sehen wir weite Wüste und Dünen, gucken wir links heraus, ist dort das blaue Meer. 

Angekommen in Swakopmund erkunden wir die Küstenstadt zu Fuß. Dass die Stadt von Deutschen gegründet wurde, merkt man hier noch heute überall. Sowohl an der Architektur der Gebäude als auch an den deutschen Schildern und Namen und zu guter letzt hört man hier auch fast nur die deutsche Sprache. Ein echt seltsames Gefühl, mitten in Afrika. 

Die Wüste lebt

Um unseren Besuch in Swakopmund abzurunden, gönnen wir uns eine geführte Tour. Morgens um 8:00 Uhr werden wir zur Little Desert Tour in der Namib Wüste abgeholt. Wir wollen sehen, was uns die Wüste außer Dünen und Sand noch so bieten kann, denn eins steht fest – sie lebt! 

Schon nach kurzer Zeit in der ältesten Wüste der Welt entdeckt unser Guide, Bianca, ein Loch, welches andeutet, dass sich hier ein Tier vergraben haben könnte. Tatsächlich holt sie nach kurzem Buddeln einen Palmato-Gecko heraus. Dieser Gecko kommt ausschließlich in der Namib vor und hat zwischen den Zehen Schwimmhäute, mit denen er sich in den Sand gräbt. 

Wir verbringen insgesamt gut 4 Stunden in der Wüste und sind immer wieder fasziniert, wie Bianca in der ganzen Weite und den Tonnen voll Sand die Minispuren entdeckt und uns ein Tier nach dem anderen hervorzaubert. Dazu muss sie gerade bei dem „Ferrari der Wüste“ blitzschnell sein, um ihn einzufangen. Wirklich beeindruckend.

Es wird bei der gesamten Tour stets darauf geachtet, dass es den Tieren gut geht und so wird auch ab und zu darauf verzichtet, Tiere auszugraben. Beispielsweise bei der weißen Spinne, die gut 1 Jahr an einem Ort lebt und bei der man ihren Lebensraum zerstören würde, wenn man sie einfach ausbuddelt, um sie uns Touristen zu zeigen. Gleiches gilt für die hunderten Tunnelspinnen, die hier leben.

Zu den ganzen niedlichen Tierchen bekommen wir aber auch die giftigste Spinne der Welt, die schwarze Witwe, in freier Natur zu sehen. Sie ist gerade einmal so klein wie ein Knopf und wir beobachten sie mit ausreichend Abstand in ihrem Nest. Dazu noch eine hochgiftige Viper, die uns das ein oder andere Mal näher kommt, als gewünscht und die sich mit seitlichen Bewegungen auf dem Sand entlang schlängelt. Sie ist so gut getarnt, dass man oft nur ihre Augen im Sand sieht, da sie sich komplett darin vergräbt. 

Ohne ein geschultes Auge würde man die Augen der Schlange niemals erkennen.
Diese tierischen Bewohner hingegen erkennt man aufgrund des großen Farbkontrastes ziemlich schnell.

Bis zum Schluss sind wir durchweg begeistert von der Tour und von dem ganzen, für uns bis dahin unsichtbaren, Leben in der Wüste. Ein wirklich einmaliges Erlebnis und so lehrreich, dass wir bei der nächsten Buschtoilette lieber zweimal die Umgebung abchecken.


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