Namibia: Betta Camp und Namib Naukluft Lodge: Unterkünfte mit Abenteuer-Flair

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3–5 Minuten

Zwischen unserem aktuellen Standort und unserem nächsten Ziel liegen gut 500 Kilometer Schotter- und Sandpisten. Logisch, dass wir die nicht an einem Tag herunterreißen. Auch wenn wir begeistert von den unglaublichen Landschaften und dieser vorher noch nie gesehen Weite sind, so zerren die stundenlangen Fahrten auf den harten Gravel Roads doch immer wieder an den Nerven.

Wir fahren viele Kilometer durchs Nirgendwo ohne einem Menschen, einem Auto oder einem Tier zu begegnen. Ein ganz unbekanntes, aber irgendwie auch cooles Gefühl, solange es einem gut geht.

Was uns daran herausfordert, ist, dass es auf diesem Streckenabschnitt kaum Unterkünfte gibt. Letztendlich sind wir mehr oder weniger gezwungen, zwei teurere Lodges zu buchen, die beide weit ab vom Schuss liegen. Aber gerade das ist es, was uns bei Ankunft unglaublich fasziniert.

Betta Camp

Das Betta Camp besteht aus ein paar Bungalows, einer Tankstelle und einer Rezeption mit einem kleinen Supermarkt. Wir sind die einzigen Gäste und haben die ruhige Unterkunft komplett für uns allein. Unsere Lodge hat eine kleine Terrasse, eine Außenküche und ein eigenes Bad. Aber irgendetwas stimmt hier nicht. Außer dem Schlafzimmer/Wohnbereich ist hier kein Badezimmer zu sehen. In der Ecke ist eine Art Bartresen, aber das wars. Beim Blick hinter die vermeintliche Theke folgt die Ernüchterung. Statt einem Barhocker befindet sich dahinter die Kloschüssel mit Ausblick. Eins ist klar, wenn jemand sein großes Geschäft verrichten muss, hat der andere draußen auf der Terrasse zu warten.

Da wir sowieso die meiste Zeit draußen verbringen und den Ausblick auf die Landschaft genießen, können wir das verkraften. Während der „Donkey“, ein Freiluftofen, angeheizt wird, damit wir später warmes Wasser zum Duschen haben, kochen wir unter freiem Himmel über einer Gasflamme unser Abendessen. 

Gut gesättigt nutzen wir am Abend noch die tolle Aussichtsplattform, von der aus wir unseren ersten richtigen Sonnenuntergang im südlichen Afrika erleben. Normalerweise muss man ja zu diesen Zeiten immer schon in der Unterkunft sein und sich einschließen. Hier ist es anders und wir genießen es, den Tieren zu lauschen und sie durch die Gegend schleichen zu sehen. 

Es wird deutlich frischer draußen und wir ziehen uns zurück in die Unterkunft. Dort erwartet uns noch ein ganz besonderer Gast. Die größte Spinne, die ich je in meinem Leben gesehen habe, krabbelt unter unserer Zimmerdecke. Obwohl Spinnen Moskitos und Insekten fressen und sie uns dadurch sogar von Nutzen sein könnte steht fest, das Tier, mit einem Durchmesser etwa so groß wie eine Untertasse, muss gehen. Da wir nichts haben, womit wir das Vieh einfangen können, helfen nur noch meine Badelatschen, die schon einiges Ungeziefer auf dem Gewissen haben. Zwei ordentliche Schläge mit der Schlappe und wir können endlich ins Bett.

Wir starten den Tag mit einem kleinen Frühstück mit Kaffee, Eiern und Toast, alles zubereitet mit dem Gaskocher, den ich irgendwie ins Herz geschlossen habe.

Namib Naukluft Lodge

Es geht weiter Richtung Norden. Auf dem Weg haben wir das unglaubliche Glück, eine große Herde Zebras beim Überqueren der Schotterpiste zu beobachten. Solche Tiere hier einfach so in freier Wildbahn zu erleben, ist ein ganz besonderes Gefühl und einfach schön. Es dauert eine ganze Weile bis die Karawane komplett die Seite gewechselt hat und so verharren wir eine gute halbe Stunde und schauen ihnen einfach nur zu.

Einige Zeit später erreichen wir dann die Namib Naukluft Lodge. Sie liegt direkt am Naukluft-Gebirge und man hat vom Zimmer aus eine grandiose Aussicht auf die riesige Savanne drumherum. Doch nicht nur vom Zimmer, sondern auch vom Pool aus genießen wir den Blick in die Ferne.

Mitten in der Wüste liegt die Namib Naukluft Lodge.
Ein Wüsten-Eichhörnchen …
…hat es auf unseren Nachmittagssnack abgesehen.

Man sieht und hört hier und da einen Oryx oder ein paar Eichhörnchen und kann vom vorgelagerten Felsen aus einen wunderbaren Sonnenuntergang ansehen. Auf dem Weg dorthin begegnen wir einer kleinen Schlange, die wir so als ganz nebenbei gesehen abtun. Wie sich später herausstellt, handelte es sich um ein ziemlich giftiges Exemplar.

Bei kühlen Getränken sitzen wir noch lange bis nach Sonnenuntergang auf der Terrasse und nutzen den klaren Nachthimmel aus, um die Sterne zu beobachten.

Am Ende sind wir dann doch froh, dass wir quasi gezwungen wurden, uns zwei Nächte in solchen für uns eher luxuriösen Unterkünften zu gönnen. Es war eine ganz besondere und neue Erfahrung.

Morgen geht es dann weiter zu unserem eigentlichen Ziel. 


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