3 Cities of Malta
Die „Three Cities of Malta“ sind Vittoriosa, Senglea und Cospicua. Sie liegen im historischen Zentrum von Malta und gehen fast unbemerkt ineinander über. Hier residierten auch die Ordensritter bevor sie die heutige Hauptstadt, Valetta, gründeten.
Innerhalb der 3 Städte bekommt man einen guten Einblick in die Geschichte, denn Malta wurde während des Zweiten Weltkriegs ziemlich zerstört. Selbst Senglea, das bis dato durch die Festungen relativ unbeschadet davongekommen ist, hat mit mehr als 75 % beschädigten Gebäuden einbüßen müssen.
Unser Apartment liegt in genau dieser kleinen, befestigten Stadt auf einer Halbinsel, parallel zu Vittoriosa, der alten Hauptstadt Maltas. Die erste Ernüchterung folgt allerdings direkt bei unserer Ankunft. Im Apartment funktioniert weder das Internet noch gibt es Toilettenpapier. Unser Vermieter, ein Deutscher Anfang 30, erklärt uns recht gelassen, Toilettenpapier könne man sich notfalls in öffentlichen Toiletten besorgen und WLAN gäbe es ja an der Bushaltestelle um die Ecke. Die fehlende Internetverbindung sei angeblich nur eine kleine, vorübergehende Störung.
Da wir das Internet jedoch dringend brauchen, fragen wir in den folgenden Tagen mehrfach nach. Wirklich interessieren scheint ihn das Problem allerdings nicht. Stattdessen erzählt er lieber von sich selbst. Er sei so etwas wie der „King“ der Insel, habe früher ein Hostel betrieben und ohnehin würde ihn jeder auf Malta kennen. Je länger wir ihn kennenlernen, desto skurriler wirkt er. Meist schlurft er in schmutziger Kleidung durch die Gegend, fischt leere Tablettenblister aus dem Hafenbecken und verliert sich in immer abenteuerlicheren Geschichten. Ein durchaus ungewöhnlicher Charakter, den wir wohl nicht so schnell vergessen.

Die Lage es Apartments ist aber wirklich top. Wenn wir aus dem Fenster schauen, sehen wir hinter der Festungsmauer, wie täglich riesige Kreuzfahrtdampfer an- und ablegen. Ein irres Bild, wenn das Schiff die Häuser überragt. Ebenfalls nur wenige Schritte von unserem Appartment entfernt gibt es eine kleine Steinbastion mit Garten, von wo aus wir einen tollen Blick auf das gegenüberliegende Valetta sowie den großen Hafen haben. Ein herrlicher Panoramablick, der sich zu jeder Tageszeit lohnt.
Über eine Fußgängerbrücke gehen wir fast täglich durch alle 3 Städte, insbesondere, wenn wieder Bauernmarkt ist und wir frisches Obst und Gemüse auf den Straßen kaufen.

Beim Schlendern durch die Gassen fällt uns nach den letzten 2 Monaten in Marokko schnell auf, dass hier alles anders ist. Die Straßen sind alle super sauber, alles wirkt so clean und ordentlich, wenn man von den ziemlich zerfallenen Häusern zwischendurch mal absieht. Dazu sind nur sehr wenige Menschen auf den Straßen unterwegs, was vermutlich auch an den hohen Temperaturen liegt.


Wir spazieren durch enge Gassen mit bunten Türen und Rankpflanzen. Typisch scheinen hier auf Malta auch die bunten Holzbalkone zu sein, die sich an vielen der Häuser befinden. Ebenso auffällig sind die verschiedenen Türgiffe, die von diversen Fischen über Seepferdchen bis hin zu Löwen Formen haben. Für uns herrscht hier eine total gemütliche Atmosphäre, alles ist für uns neu und aufregend.
Am Hafen wiederum sehen wir eine ganz andere Welt – die Moderne. Eine Yacht liegt neben der anderen und edle Restaurants säumen die Uferpromenade. Ein Anzeichen dafür, dass hier jeder seinen Platz auf Malta finden kann.
Warum hier immer noch Weltreisegeschichten auftauchen – obwohl wir längst wieder in Deutschland sind
Keine Sorge, ihr habt keinen Zeitsprung verpasst und wir sind auch nicht heimlich wieder losgereist. Trotzdem erscheinen hier weiterhin Reiseberichte aus aller Welt. Warum? Ganz einfach: Unsere 2,5‑jährige Weltreise war so vollgepackt mit Abenteuern, Geschichten und „Das glaubt uns keiner“-Momenten, dass wir immer noch dabei sind, alles aufzuschreiben.
Also wundert euch nicht, wenn plötzlich wieder Geschichten aus Panama, Nicaragua oder Japan auftauchen. Das sind keine aktuellen Live‑Updates – das sind Erinnerungen, die wir endlich aus unseren Notizbüchern, Speicherkarten und chaotischen WhatsApp‑Chats befreien.
Bleibt also gern dabei – wir holen euch weiterhin mit auf unsere Weltreise. Nur eben mit ein bisschen… deutscher Verzögerung. 😉
Valetta
Natürlich darf bei unserer Reise auf Malta auch die heutige Hauptstadt Valetta nicht fehlen. Wir fahren mit dem Bus von Senglea nach Valetta. Neben vielen historischen Gebäuden wie der St. John‘s Co- Kathedrale oder dem Großmeisterpalast gibt es auch jede Menge Cafés und Restaurants. Es ist Wochenende und dementsprechend ist an den typischen Sehenswürdigkeiten viel los. Selten haben wir ein Land besucht, das über so viele Kirchen verfügt. Hier ist das Besondere, dass fast alle Kirchen mindestens zehn Euro Eintritt kosten oder gar geschlossen sind. Wir entscheiden uns wieder dafür lieber durch die Gassen zu streifen statt in die typischen Sehenswürdigkeiten zu gehen. Beim Spaziergang entlang der Küste können wir den spiegelverkehrten Blick genießen. Von hier aus sehen wir die „Three Cities“. Innerhalb der Stadt sieht man viele britische Einflüsse zum Beispiel die typische rote Telefonzelle.



Leider packt uns Valetta nicht so wirklich, da wir das Gefühl haben, dass alles für Touristen gemacht ist. Schon mitten am Tag ist die Stadt überlaufen, was mit Sicherheit auch an den Kreuzfahrtbesuchern liegt. Nicht vorzustellen, wie hier dann abends die Post abgeht. Wir trinken noch ganz gemütlich einen Eiskaffee in einer Seitengasse bevor wir uns auf den Weg zurück nach Senglea machen.
Tas-Silg-Wanderung
Heute geht es früh raus aus den Federn, denn wir wollen eine Wanderung machen. Wir fahren mit dem Bus nach Marsaskala, einem kleinen Küstenort. Die Promenade ist unser Startpunkt.
Schon nach kurzer Zeit entdecken wir Salzpfannen, die sich zwischen Pier und Meer erstrecken. Hier wird das Salz aus dem Meerwasser gewonnen.

Wenige Schritte später taucht ein riesiger, verlassener Komplex neben uns auf. Sieht aus, als wenn hier mal jemand Appartements oder ein Hotel bauen wollte, bei der traumhaften Lage absolut verständlich. Doch offensichtlich ist es nie dazu gekommen, sodass die Ruine heute von Streetart-Künstlern genutzt und mit kreativen Motiven besprüht wird.

Die Route führt uns weiter entlang einer malerischen Küste und immer wieder bieten sich wunderschöne Ausblicke auf neue Buchten. In der St. Thomas Bay halten wir kurz mal die Füße ins erfrischende Wasser, bevor wir unsere Wanderung fortsetzen. Wir passieren immer wieder atemberaubende Steilküsten und haben fast ununterbrochen einen Blick auf das türkisblaue Wasser. Einfach herrlich. Da es auch heute ganz schön heiß ist und das Wasser zum Baden einlädt, bereuen wir etwas, unsere Badesachen nicht eingepackt zu haben. Das Badeparadies schlechthin ist der St. Peter‘s Pool, bei dem wir unseren Augen kaum trauen. Während wir auf dem Weg kaum anderen Leuten begegnet sind, tummeln sich hier die Touristen, die in der Sonne braten und ins „natürliche Badeloch“ springen. Für uns ein Grund mehr, schnell weiterzugehen.


Wir kommen etwas von der Küste ab und finden uns in einer Straße wieder, die rechts und links von riesigen Kakteen gesäumt wird. Recht schnell treibt es uns aber wieder zum richtigen Wanderweg, vorbei an weiteren, einsamen Buchten bis wir die Spitze der Delimara-Halbinsel mit Festung und Leuchtturm sehen. Jetzt heißt es Endspurt, denn unser Tagesziel ist nicht mehr weit. Rund 20 Minuten später haben wir nach etwa 13,5 Kilometern unser Ziel erreicht – Marsaxlokk.
Jetzt erstmal ein kühles Blondes und ein wenig Schatten, denn den gab es während der gesamten Wanderung leider nirgends. Nach der kurzen Abkühlung besuchen wir noch das Fischerdorf, welches das größte noch verbliebene auf Malta ist. Es gibt eine schön angelegte Promenade von der aus wir die vielen bunten Fischerboote schaukeln sehen. Dazu gibt es noch ein paar Souvenirstände und natürlich viele Fischrestaurants. Ansonsten ist es ruhig und wir machen uns nach einem kurzen Rundgang auf den Rückweg, dieses Mal aber mit dem Bus.

Trotz der anhaltenden Hitze hat uns die Wanderung extrem Spaß gemacht, da sie auch recht eben, ohne große An- und Abstiege verläuft. Außerdem genießt man die gesamte Zeit über einen wundervollen Panoramablick für den es sich lohnt, immer weiter zu gehen.
Zurrieq
An einem anderen Tag machen wir einen Tagesausflug nach Zurrieq, einer der ältesten und kulturreichsten Orte der Insel. Hier ist es ziemlich ländlich und landwirtschaftlich geprägt. Zunächst suchen wir die Windmühlen, von denen es hier eine Menge geben soll. Allerdings finden wir oft nur Teile von den Mühlen vor, wie beispielsweise einen typisch runden Steinturm. Nur eine einzige vollständige Windmühle gibt es, die auch tatsächlich noch in Betrieb ist.



Unser Spaziergang führt uns weiter zur „Blauen Grotte“. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Touristen, die sich diese beeindruckenden Meereshöhlen von einem Boot aus ansehen, wählen wir einen Wanderweg oberhalb der Grotte. Wir müssen teilweise mehr klettern als wandern, aber am Ende werden wir mit einem tollen Blick auf die Grotte und die faszinierenden Felsformationen belohnt. Durch die Sonne hat das Wasser ganz kräftige, bunte Farben und sieht total unecht aus. Wir sind hier die einzigen Leute und genießen den Anblick. Da die Sonne jedoch weiterhin extrem knallt und es hier keinen Schatten gibt, verharren wir nicht allzulang. Wir müssen ja schließlich auch noch den gesamten Weg zurück wandern.
St. Paul‘s Bay – Wo sind wir hier gelandet?
Schon beim Reinfahren mit dem Bus in die Gemeinde St. Paul‘s Bay, schauen Melina und ich uns mit fragenden Blicken an. Wo sind wir denn hier nur gelandet? Aufgrund dessen, dass es kaum noch freie Unterkünfte auf ganz Malta gibt, haben wir uns ehrlich gesagt null nach den Orten erkundigt, sondern einfach zugesehen, eine akzeptable, einigermaßen bezahlbare Bleibe zu finden. Und die befindet sich nun einmal in der privaten Wohnung bei Cap in Bugibba.
Beim Aussteigen aus dem Bus kommen uns schon einige schwitzende, volltrunkene Engländer entgegen. Dazu gibt es unzählige Reiseanbieter mit großen, bunten Schildern, die versuchen, irgendwelche Touren zu verkaufen. Egal wohin wir schauen, sehen wir viel nackte Haut, verbrannte Haut und Alkohol. Wir sind hier offenbar am Ballermann von Malta gelandet. Dass hier die Engländer die Mehrheit aus machen, sieht man auch an den Pubs und Restaurants, die neben englischem Frühstück hauptsächlich Fish and Chips anbieten.
Nach der ruhigen Zeit in Senglea erleben wir einen kleinen Kulturschock. Immerhin ist unser Zimmer bei Cap wirklich schön und ein ruhiger Rückzugsort vom Trubel vor der Haustür.



Statt uns ab morgens schon einen hinter die Binde zu kippen, konzentrieren wir uns in den kommenden Tagen mehr auf die Umgebung der St. Paul‘s Bucht. Wir machen viele Spaziergänge an der Promenade entlang, wo derzeit einige Kräne ihre Arbeit verrichten. Hier gibt es schon wirklich viele Hotels und Ferienwohnungen, aber offensichtlich noch nicht genug. Uns treibt es daher mehr in die benachbarten Orte, wo wir hier und da unsere Füße im kristallklaren Wasser abkühlen.
Die Abende verbringen wir dann aber wieder direkt vor der Haustür, denn dort sind die Sonnenuntergänge am Schönsten.

Abschluss auf Malta
Zum Ende unserer Zeit auf Malta schauen wir uns noch ein paar Orte im Inselinneren an. Mdina wirkt dabei wie ein kompletter Gegensatz zu unseren bisherigen Stationen. Kaum Autos, deutlich weniger Menschen und viele enge Gassen aus hellem Stein. Direkt daneben liegt Rabat, wo wieder etwas mehr Leben herrscht, aber ohne dabei hektisch zu sein. Wir schlendern entspannt durch beide Orte.



In Mosta nehmen wir uns dann etwas mehr Zeit und schauen uns die bekannte Rotunda of Mosta auch von innen an. Schon von außen wirkt die Kirche riesig, aber erst beim Betreten wird uns bewusst, wie gewaltig sie tatsächlich ist. Die Kuppel gehört zu den größten in Europa und spannt sich scheinbar endlos über den Raum. Wir laufen eine ganze Weile durch das Innere, schauen uns die Details an und sind ehrlich gesagt ziemlich beeindruckt von den Dimensionen und der Bauweise.


Zum Schluss machen wir noch einen Abstecher Richtung Norden nach Mellieħa, wo wir uns von Weitem das Popeye Village anschauen. Die bunten Holzhäuser direkt am Wasser wirken fast ein bisschen fehl am Platz im Vergleich zum restlichen Malta, sind aber trotzdem ganz interessant und für Familien sicherlich ein tolles Ausflugsziel.


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