Südafrika: Garden Route Teil 2 – Nasse Füße und Tiefkühl-Dinner

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5–8 Minuten

Allein die Landschaften während unserer Autofahrten sind der Hammer. Sie wirken oft so surreal und beeindrucken uns jeden Tag aufs Neue. Gefühlt können wir jede halbe Stunde anhalten, um die Aussichten zu genießen und das ein oder andere Foto zu schießen. Da die Entfernungen hier aber nicht ohne sind, lassen wir hier und da typische Touristenspots aus und wählen die für uns interessantesten aus, damit man auch etwas Zeit zum Genießen hat und nicht immer weiter hetzen muss. 

Kap Agulhas

Unser nächster Stopp ist der südlichste Punkt Afrikas, das Cape Agulhas, wo auch der zweitälteste Leuchtturm des Landes steht. Es stürmt ohne Ende, sodass das Wasser entsprechend unruhig ist während der Indische und Atlantische Ozean aufeinander treffen. Die gewohnt kräftigen Farben und die meterhohen Wellen machen den Ort für uns zu einer absolut atemberaubenden Kulisse. Als wir dann noch ein Stückchen weiter laufen und ein altes Schiffswrack im Wasser entdecken, fällt uns nur ein passendes Adjektiv ein – filmreif! 

Nach so viel frischer Luft um die Nase, wird es Zeit unsere Unterkunft aufzusuchen und den Grill anzuschmeißen. Im Supermarkt versorgen wir uns noch schnell mit dem Nötigsten, ehe wir unser etwas abseits liegendes Haus suchen. Dass es so weit entfernt von jeglicher Zivilisation ist, haben wir jedoch nicht gedacht. Außer unser hauseigenes Zebra, verirrt sich hier tatsächlich niemand her und so genießen wir zum Abschluss des Tages bei einem Glas Wein und ein paar Grillspießen die Ruhe und die scheinbar unendliche Berglandschaft.

Ein riesiges Haus nur für uns.
Unser Haus-Zebra…
… landete natürlich nicht auf dem Teller.

De Hoop Nature Reserve

Nachdem der südlichste Punkt Afrikas schon wieder ein landschaftliches Highlight für uns war, machen wir uns auf den Weg zu einem weiteren Spot, dem De Hoop Nature Reserve. Das ca. 34.000 Hektar große Naturschutzgebiet zu erreichen, stellt uns allerdings vor neue Herausforderungen. Die bislang gut ausgebauten Straßen, die wir vorher nicht erwartet hatten, aber schnell zu schätzen wussten, werden durch unbefestigte Schotterpisten ersetzt. Wir brauchen eine Weile, erreichen den Park aber heil und voller Vorfreude auf die Natur.

Es lohnt sich immer, die Augen offen zu halten.

Noch schnell ein paar Rand Eintritt zahlen und schon geht es für uns ab Richtung Meer. Wir können oberhalb parken und den kleinen Weg zur Küste entspannt zu Fuß zurücklegen. Schon nach wenigen Metern haben wir eine tolle Aussicht auf das raue Meer, denn auch heute ist es wieder extrem windig und frisch. Wale und Robben können wir daher auch erstmal nicht sehen. Wir biegen zunächst links ab und laufen eine ganze Weile am Wasser entlang, mal oben auf den schroffen Felsen, mal unten direkt am Strand, manchmal müssen wir auch etwas klettern. Hier und da sehen wir vereinzelt Blumen, Insekten und Muscheln, die so groß wie unsere Hände sind. Wir stellen uns vor, wie voll es hier in den kleinen Buchten wohl ist, wenn Badewetter herrscht. Uns ist es sogar zu kalt, um die Schuhe auszuziehen und den Sand unter den Füßen zu spüren, das muss noch warten.

Auf dem Rückweg zu unserem Startpunkt wählen wir den Spaziergang im Sand, direkt am Meer. Und während wir mal wieder über Gott und die Welt sabbeln und einmal kurz nicht aufpassen, erwischt uns plötzlich eine Monsterwelle und wir versuchen noch zu rennen, stehen aber schon knietief im Wasser. Prima, so viel zum Thema, es ist heute zu kalt, um nass zu werden. Noch heute fragen wir uns, wie wir so plötzlich so extrem tief im Wasser stehen konnten, wo doch vorher mindestens 2 Meter zwischen uns und dem Meer lagen. 

Einmal nicht aufgepasst, holen wir uns nasse Füße.

Die Hosen nass, einen halben Liter Wasser in den Schuhen und noch immer etwas verwirrt gehen wir weiter. Typisch wir, lassen wir uns davon aber natürlich nicht abschrecken und laufen auch noch in die andere Richtung, denn hier gibt es ein weiteres landschaftliches Highlight zu sehen. Eben noch knietief im Wasser, stehen wir jetzt inmitten von Sanddünen. Total verrückt. Unter, neben, hinter uns der Sand, vor uns das Meer und dann grast dort auch noch ein Bock in der bewachsenen Düne, absolut unwirklich.

Als wir uns irgendwann wieder beruhigen, tauschen wir im Auto noch schnell die Klamotten und fahren weiter zur heutigen Unterkunft. Ganz so schnell wie gedacht kommen wir allerdings Mal wieder nicht an, da wir unterwegs noch hunderten Tieren begegnen und immer wieder für ein paar Fotos stoppen. Aber ganz ehrlich, das macht diese Reise doch aus und mit dem Auto sind wir einfach super flexibel. 

Mit ein paar kurzen Zwischenstopps in Mosselbay und Knysna, wo wir das erste Mal getrocknete Straußenwurst und das in ganz Südafrika beliebte Trockenfleisch Biltong probieren und für „naja“ befinden, erreichen wir unser nächstes Ziel – Plettenberg Bay. 

Der „Map of Africa“ Viewpoint in Wilderness.

Plettenberg

Nach einem kurzen Frühstück starten wir zum Robberg Nature Reserve. Dort angekommen, müssen wir uns erst einmal in der Autoschlange anstellen. Doch nach nur 15 Minuten Wartezeit und Entrichten der kleinen Eintrittsgebühr sind wir auch schon im Park drin. Die Sonne knallt bereits ordentlich und so entscheiden wir uns für die mittelschwere Wanderung, welche ca. 5,5 km lang ist. 

Die Route ist einfach traumhaft, an der Küste entlang, Berge und Felsen hinauf und zu jeder Zeit mit einem wirklich tollen Ausblick. Wir sehen einige Vögel, Echsen und ehe wir uns versehen, entdecken wir hunderte Robben. Die einen schwimmen entspannt im Wasser, die anderen liegen faul auf den Felsen herum. In dieser Umgebung und Natur ein einzigartiger Anblick. Unsere Wanderung geht weiter durch Sand und Dünen, zu einem kleinen Strand mit einer vorgelagerten Halbinsel. Durch das heftige Unwetter der letzten Tage mit zum Teil 7 m hohen Wellen und Überschwemmungen, ist dieser Teil der Wanderung leider noch gesperrt.

Robben soweit das Auge reicht.

So genießen wir ein paar Minuten den Sand zwischen unseren Zehen und machen uns dann wieder auf den Weg zurück zum Auto. Nach etwas Kletterei und weiteren unbeschreiblich schönen Rundumsichten erreichen wir den Parkplatz und machen noch einen Abstecher zu einem Wal-Beobachtungspunkt. Leider sind heute jedoch keine Wale zu sehen und so geht es für uns gegen Mittag wieder zur Unterkunft. 

Dinner beim Tiefkühl-Inder

Durch das kleine Frühstück und die Wanderung nehmen wir uns vor, heute Abend mal schick auswärtig essen zu gehen. Wir machen uns fertig und sind schon voller Vorfreude, denn so etwas gönnen wir uns nicht oft. Als wir dann bei dem kleinen, indischen Restaurant ankommen und alles schick gedeckt und eingerichtet ist, steigt die Freude noch mehr. Genau nach unserem Geschmack, klein, aber fein. 

Kurz bevor wir uns setzen, ruft der Gastwirt hinterm Tresen, dass es heute keinen Verzehr im Restaurant mehr gibt. Was soll‘s, dann halt zum Mitnehmen. Wir wollen uns setzen, um auf unser Essen zu warten, als der Koch uns zwei Schalen aus dem Kühlschrank auf den Tresen stellt. Was soll denn das jetzt? Das ist tatsächlich unser bestelltes Hähnchen Curry. Offensichtlich vorgekocht und kalt gestellt. In dem Moment sind wir zu perplex als dass wir eine vernünftige Antwort zustande kriegen. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir zahlen den Restaurantpreis und gehen. 5 Minuten später haben wir uns gefangen, sind völlig enttäuscht und ärgern uns irgendwie auch über unsere Reaktion. Doch in dem Moment waren wir komplett neben der Spur und konnten keinen klaren Gedanken fassen. Das war es dann also mit schick ausgehen und den Abend genießen. Stattdessen holen wir uns noch ein Toastbrot aus dem Supermarkt, denn das Hähnchen Curry war ohne jegliche Beilage. Ein echter Flop.

Wenigstens war es geschmacklich wirklich gut, nachdem wir es in unserer Mikrowelle aufgewärmt haben, jedoch auch ziemlich scharf, was der Koch uns zuvor deutlich verneint hatte. Den Abend haben wir uns doch etwas anders vorgestellt. Aber es kommt sowieso immer anders und so lassen wir den Abend mit einem Flying Fish Bier auf unserer Terrasse ausklingen. 


Ein Kommentar zu „Südafrika: Garden Route Teil 2 – Nasse Füße und Tiefkühl-Dinner“

  1. Avatar von
    Anonym

    Alle ist so schön

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