Bekundungen zu Weihnachten, zum Jahreswechsel und zu Ostern. Ansonsten ist es eher ruhig um unser Nordlichter Street Collective. Das soll sich durch einen Street Photo Walk durch die Bremer City ändern. Via Instagram laden wir ein, um sich am 15.06. um 14:00 Uhr in Bremens „guter Stube“ vor dem Roland zu treffen. Philipp, Felix und ich sind pünktlich da. Jetzt heißt es abwarten, ob jemand kommt.
Ein bisschen ist es wie bei einem Blind Date. Statt mit einer Rose in der Hand warten wir mit einer Kamera um den Hals darauf, dass sich jemand zu erkennen gibt. Inzwischen ist es kurz vor Zwei und noch sind wir die Einzigen. Hier und da sehen wir Leute mit Kameras, dabei handelt es sich aber meistens um Touristen. Gedanklich machen wir uns schon zu dritt auf den Weg, als sich uns jemand zu erkennen gibt und plötzlich geht es Schlag auf Schlag. Es dauert nicht lange und die Gruppe ist auf gut 15 Teilnehmer gewachsen. Wahnsinn.
Von überall aus dem Norden sind sie angereist. Aus Oldenburg, Hamburg und sogar aus Kiel. Ein paar Jungs von der Unposed Society Hannover sind auch dabei. Selbst ein umgeknickter Baum auf der Strecke Hannover Bremen hält sie nicht davon ab, in die Hansestadt zu kommen.
Vom Marktplatz bis ins Viertel
Noch schnell ein gemeinsames Foto auf den Treppenstufen neben der Bürgerschaft gemacht und der Walk kann beginnen. Durch die Böttcherstraße geht es in Richtung Weser. Nach wenigen Minuten entwickeln sich erste Gespräche über Kamera-Technik oder über das Kollektiv.
Den ersten Halt machen wir am Martini-Anleger. Der Tunnel zur Weser bietet eine gute Möglichkeit für ein Foto. Eine menschliche Silhouette vom Hintergrund freizustellen erweist sich allerdings als schwierig, denn der Mensch taucht nur in Rudeln auf. So heißt es abwarten und Geduld mitbringen.

Wir ziehen weiter zu den Arkaden. Lange war dieser potenzielle Foto-Spot aufgrund einer Baustelle nicht begehbar. Jetzt erinnert nur noch ein letzter Bauzaun daran, dass das mittelalterliche Konstrukt einsturzgefährdet war. Dort finde ich eine neue interessante Perspektive für ein Foto. Leider fehlt es an Protagonisten und ich gebe mich für heute geschlagen. Die Perspektive merke ich mir trotzdem. Ich werde wiederkommen und dann hoffentlich mehr Glück haben.

Im Schnelldurchlauf ziehen wir durch das Schnoor-Viertel, passieren das alte Postamt an der Domsheide und bewegen uns in Richtung Viertel. Erste Teilnehmer des Walks verabschieden sich langsam während wir die Sielwall-Kreuzung für einen Getränkestopp anvisieren.
Bei Cola und Limo wird geschnackt und gefachsimpelt. Offiziell ist der Walk hier zu Ende. Wer noch Lust hat, begleitet uns noch bis zur „Werder Insel“. Hier wollen wir noch einen Kaffee trinken und den Nachmittag ausklingen lassen. Warum das Café bereits um 16:00 Uhr schließt, können wir uns nicht so ganz erklären.

Wir gehen zurück zum Sielwall. In der Coffee Corner ergattern wir „Front Row Seats“ am Fenster mit Blick auf die Straße. Wir müssen nur noch unsere Kameras auf den Tisch stellen und bei Kaffee und Cappuccino darauf warten, dass sich eine spannende Szene ergibt.

Ein neues Meisterwerk springt zwar nicht dabei heraus, aber das ist auch nicht das primäre Ziel bei so einem Walk. Es geht viel mehr um das Connecten, neue Leute kennen lernen und über das gemeinsame Hobby zu reden.

Fazit
Nach dem wohltuenden Heißgetränk machen sich auch die letzten Teilnehmer auf den Heimweg. Felix, Philipp und ich ziehen ein durchweg positives Fazit dieses Tages. Wir sind begeistert, dass so viele Leute unserem Aufruf gefolgt sind und den Tag zu etwas Besonderem gemacht haben. Wir möchten uns noch einmal bei allen Teilnehmern bedanken und würden uns freuen, wenn wir euch in Zukunft bei einem weiteren Walk wiedersehen.
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