Street Photography in Hannover – Wiedersehen mit Freunden

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2–3 Minuten

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland stand ein Treffen mit den Nordlichtern ganz oben auf der Liste. Leider musste Philipp aus gesundheitlichen Gründen absagen, also machen Felix und ich uns allein auf den Weg nach Hannover. Dass an diesem Tag der Weltfrauentag stattfindet, ist ein zusätzlicher Anreiz.

Nach einem schnellen Frühstück und einem Kaffee geht’s los. Die Bahn kommt wegen eines Polizeieinsatzes etwas verspätet – aber gut, deutsche Bahn eben. Während ich im Zug noch ein bisschen mit den Nachwirkungen des Ouzos vom Vorabend kämpfe, schießt sich Felix vor dem Bremer Hauptbahnhof schon mal warm.

Mit dem Auto geht’s weiter Richtung Hannover. Unterwegs quatschen wir über aktuelle Fotoprojekte, Ausstellungen und wie sich unser fotografischer Stil im Laufe der Zeit verändert hat. Immer spannend zu sehen, wie sich die eigene Sicht auf die Dinge entwickelt.

Flohmarkt und Weltfrauentag

Unser erster Stopp: Ein kleiner Flohmarkt an der Leine. Perfekt, um langsam in den Flow zu kommen. Wir drehen ein paar Runden, beobachten das bunte Treiben und stöbern zwischen antiken Trödel, Nippes und erstaunlich vielen Schallplatten.

Nach einem kurzen Abstecher am Steintor geht’s weiter zum Königsworther Platz, wo die Demo zum Weltfrauentag startet. Angemeldet waren 3.000, gekommen sind etwa 10.000 – Respekt! Nach ersten Kundgebungen setzt sich der Zug langsam in Richtung Innenstadt in Bewegung.

Der Weltfrauentag am 8. März ist ein internationaler Aktionstag, der sich für die Rechte von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Arbeiterinnenbewegung ins Leben gerufen und hat bis heute weltweit große Bedeutung.

An diesem Tag gehen Menschen auf die Straße, um für verschiedene Themen zu demonstrieren, darunter:

Bessere Arbeitsbedingungen: Besonders Frauen in Pflege-, Erziehungs- und anderen sozialen Berufen setzen sich für bessere Löhne und Arbeitszeiten ein. Wichtiges Thema, und es ist gut zu sehen, dass viele Menschen dafür auf die Straße gehen. Ich verliere Felix in der Menge und ich erwische mich fast dabei, wie ich aus einer Dönerbude, eine Fleischtasche entführe. Ein bisschen muss ich noch durchhalten.

Gleiche Bezahlung: Frauen verdienen in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, noch immer weniger als Männer für die gleiche Arbeit.

Gegen Gewalt an Frauen: Weltweit erleben Frauen häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe und Diskriminierung.

Reproduktive Rechte: In einigen Ländern kämpfen Frauen für das Recht auf Abtreibung oder bessere medizinische Versorgung.

Mehr Frauen in Führungspositionen: Viele fordern eine stärkere weibliche Präsenz in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Currywurst und eine letzte Runde

Nach ein paar Stunden auf der Demo knurrt der Magen. Hannover bietet kulinarisch einiges, aber wir entscheiden uns für den Klassiker: Currywurst und Pommes. Solide, fettig, gut. Danach noch ein kurzer Abstecher in die Einkaufsstraße, wo Demonstranten auf Einkaufswütige trafen – ein kurioses Nebeneinander von Konsum und Protest.

Am Abend ging es zurück. Im Gepäck: unzählige Eindrücke, ein paar gute Bilder und die Erkenntnis, dass Hannover fotografisch unterschätzt wird. Die Stadt mag im Schatten Hamburgs stehen, aber sie hat Charakter.

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