Donnerstagmittag, Bremen Hauptbahnhof. Meine Frau und ich wollen zum 5. Meet & Street nach Dresden. Die Bahn hat allerdings andere Pläne. Mal wieder. Schon mein Zug am Morgen: ausgefallen. Der ICE nach Hannover: Zumindest in Bremen gestrichen. Also ab zur Info und nach Alternativen suchen. Am Ende tingeln wir über Hamburg und Berlin nach Dresden.


Frühstück mit Travel-Vibes
Freitag starten wir gemütlich. In einem kleinen orientalischen Bistro in der Dresdner Neustadt schnuppern wir endlich mal wieder so etwas wie Travel-Vibes. Wir fühlen uns kurz zurück in unsere Marokko-Zeit katapultiert. Nach einem ausgiebigen Frühstück drehen wir eine Runde durch die historische Altstadt, bevor wir unseren Freund Philipp treffen. Zusammen stromern wir durch Dresden, bis sich unsere Wege zur Mittagspause trennen.


Am Nachmittag lädt das Street Collective Dresden zum Warm-up in den Hechtgarten ein. Ein Bier in der Hand, nette Leute, gute Stimmung – auch die zwischenzeitlichen Schauer können das nicht vermiesen. Wäre da nicht das kleine Souvenir, das ich mir einfange: Am nächsten Morgen wache ich mit Halsschmerzen auf. Das hat mir gerade noch gefehlt.

Hinter der Fassade: Mein Foto an der Wand
Nach einem schnellen Frühstück geht’s zur Base ins GEH8, wo auch die Ausstellung „Hinter der Fassade“ gezeigt wird. Ich freue mich sehr, als ich mein Bild dort hängen sehe – kuratiert von einer namenhaften Jury (u.a. Matt Stuart), das fühlt sich schon besonders an.

Nach einer kurzen Ansprache der Dresdner und einem Gruppenfoto vor dem GEH8 starten die Walks, auch wenn es immer wieder gießt, wie aus Eimern. Doch bevor es los geht, greifen kurzerhand die Hannoveraner zum Mikrofon: Da sich bisher niemand für die nächste Ausrichtung des Meet & Street gefunden hat, soll es einen Walk in Berlin geben. Zurück zu den Wurzeln, ohne großes Programm, einfach treffen, laufen, quatschen, Fotos zeigen – so, wie es mal war.
Walken im Regen: DDR-Beton und Falafel


Dann geht es endlich raus – in den Regen. Mit der Bahn zum Hauptbahnhof, dort startet der „Communist Walk“ entlang der Überbleibsel der DDR-Architektur. Philipp und ich verlieren recht schnell den Anschluss zur Gruppe, aber das ist nicht weiter schlimm. Ein heißer Kaffee hilft bei dem Wetter sowieso mehr als jeder Architekturdiskurs. Danach noch ein Falafel-Sandwich, dann gemütlich zurück zum GEH8, wo die Open Gallery ansteht. Eigentlich war die draußen beim Palais Sommer geplant, direkt vor der Frauenkirche, aber der Wettergott hat die Pläne ins Wasser fallen lassen.


Zurück im GEH8 merke ich, wie ich mich immer matschiger fühle. Trotzdem bleibe ich noch ein paar Stunden, unterhalte mich mit tollen Menschen und freue mich, dass meine Frau vorbeischaut, um sich die Ausstellung anzuschauen. Ich liebe es, dass sie meine Fotografie so unterstützt und selbst Interesse zeigt.

Halb tot im Liegestuhl statt Sightseeing
Am Sonntag wache ich auf und fühle mich wie ausgekotzt. Unser Zug zurück fährt erst um 15 Uhr, aber unser Check Out aus der Unterkunft ist schon um 10 Uhr. Statt, wie geplant, Dresden weiter zu erkunden, hänge ich halb tot in einem Liegestuhl vor der Frauenkirche und zähle die Stunden bis zur Heimreise. Wenigstens ist der Zug diesmal pünktlich, und nach sieben anstrengenden Stunden (die Sitze im IC eignen sich nicht wirklich zum liegen) sind wir wieder zuhause.

Ein eigentlich großartiges Wochenende mit vielen tollen Menschen ging wieder viel zu schnell vorbei. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle geht natürlich raus an das Street Collective Dresden für die mega Organisation und an alle, die mit gelaufen, gequatscht und gelacht haben.
Bis zum nächsten Mal.
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