Ein neuer Hoffnungsschimmer für Street Photography? – Mein Eindruck von der FOTO App

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2–3 Minuten

Es ist ein bisschen wie bei jeder neuen Foto-App: Am Anfang herrscht Euphorie, man lädt, liked, folgt und fühlt sich wie auf einem frischen digitalen Spielplatz. So auch bei FOTO, einer neuen App, die vielen aktuell als potenzielle Alternative zu Instagram gilt – zumindest, wenn genug Leute mitziehen.

Während Instagram mittlerweile eine All-in-One-Plattform ist – bestehend aus Fotos, Reels, Stories, Werbung, Shopping und DMs – wirkt die neue Foto-App fast schon wohltuend entschlackt. Kein „Gedöns“, keine endlosen Optionen, keine Influencer-Werbekampagnen – sondern Fokus auf das Wesentliche: das Bild.

Feed-Design: Chronologisch statt Algorithmus-Karussell

Instagram serviert dir Inhalte, wie es der Algorithmus gerade für richtig hält. Alte Bekannte verschwinden, fremde „Kreative“ mit gesponserten Posts nehmen ihren Platz ein.
Die neue App geht den anderen Weg: Der Feed ist chronologisch, und damit wieder nachvollziehbar. Du siehst, was deine Kontakte posten – nicht, was Instagram denkt, du sehen solltest.

Mutuals retten den Tag: Wie ein Update alte Verbindungen wieder aufleben läßt

Nach dem anfänglichen Hoch kam bei mir aber auch eine kleine Flaute. Die App fühlte sich plötzlich ziemlich leer an. Es fehlte einfach der Austausch, das Feedback, die Community. Und genau da setzt das neueste Update an: Mit der neuen „Mutuals“-Funktion ist es plötzlich möglich, bekannte Gesichter aus der eigenen Street-Foto-Bubble wiederzufinden. Innerhalb kürzester Zeit habe ich fast 50 Leute entdeckt, mit denen ich bereits auf Instagram connected war. Und plötzlich war er wieder da, dieser kleine digitale Rausch: Scrollen, staunen, kommentieren, sich freuen.

Weniger ist mehr: Drei Schlagwörter statt Hashtag-Wahn

Was mir bei FOTO außerdem richtig gut gefällt: Es gibt keine Hashtag-Wüste, durch die man sich wühlen muss. Stattdessen setzt die App auf sogenannte Schlagwörter – drei Stück pro Foto. Das zwingt einen zum Nachdenken und schafft gleichzeitig eine klare, aufgeräumte Struktur. Keine 38 Tags, keine Keyword-Gymnastik, einfach drei Begriffe, die wirklich zum Bild passen.

Fazit: Back to the Roots – wenn genug mitziehen

Wenn sich mehr Fotografinnen und Fotografen – vor allem aus der Street- und Dokumentarfotografie – auf FOTO einfinden, könnte sich hier wirklich etwas entwickeln. Die neue Foto-App fühlt sich an wie Instagram, bevor es zu Instagram wurde. Reduziert, entschleunigt, fotografiefokussiert.
Ob sie sich als echte Alternative etabliert, steht und fällt natürlich mit der Community. Aber mit Funktionen wie „Mutuals“ ist sie definitiv auf dem richtigen Weg.

Wenn du jetzt Blut geleckt hast und mal wieder Lust auf eine Foto-Plattform ohne Algorithmus-Stress und Dauerbeschallung hast – dann schau doch mal bei FOTO vorbei. Und wenn du schon da bist: Folge mir gern dort, ich freue mich über jedes bekannte (oder neue) Gesicht in meinem Feed!

https://the.fotoapp.co/dennisonstreets


2 responses to “Ein neuer Hoffnungsschimmer für Street Photography? – Mein Eindruck von der FOTO App”

  1. Avatar von Michael Koopmann

    Danke dir Dennis für den Beitrag. Bisher hat die Fotos App bei mir nicht wirklich gezündet. Irgendwie ist mir alle zu ähnliche zu Instagram. Aber die neue ‚Mutuals-Funktion‘ werde ich mal testen

    Was mich derzeit sehr stört an der App ist das sie noch verschlossener ist als Insta. Inhalte kann man nur sehen wenn man einen Account hat und auf dem Mobiltelefon. Das System bietet auch keine Möglichkeit über Links ‚auszubrechen‘. Möglichkeiten z.b. auf so einen tollen Blog-Beitrag wie hier zu kommen gibt es so nicht. Auch Schnittstellen gibt es keine für andere Apps oder Systeme.
    Aus dem Problemen die Instagram gebracht hat sollten wir lernen und lieber offener Systeme bervorzugen.

    1. Avatar von Dennis Gloth

      Moin Michael. Vielen Dank für deinen Kommentar. Mit der „Verschlossenheit“ muss ich dir leider zustimmen. Mir persönlich fehlt auch noch eine Art Chat/DM Funktion, um sich mit dem einen oder anderen vielleicht mehr zu vernetzen. Da die App noch sehr jung ist und scheinbar noch viel daran getüftelt wird, übe ich mich in Geduld und hoffe, dass irgendwann noch ein paar nützliche Features eingebaut werden.

      Vielleicht werde ich das Thema „Verschlossenheit“ der Vollständigkeit halber noch mit in den Artikel einfließen lassen.

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