Ein Wochenende, zwei Kisten voller Hoffnungen – und plötzlich war er da: mein erster eigener Stand auf einem Kunstmarkt. Mit echten Produkten, echten Menschen und echten Fragen wie: „Hab ich genug Wechselgeld?“ und „Wo sind eigentlich meine Visitenkarten?!“
Schon am Freitagnachmittag ging’s los mit dem Aufbau. Besonders meine Frau blühte auf – sie liebt Events und hat früher im Veranstaltungsbereich gearbeitet. Endlich wieder organisieren, aufbauen, mit anpacken. Dieses Gefühl von „es geht los!“ – das liegt ihr einfach im Blut.
Samstag dann der offizielle Start. Um uns herum: kreative Menschen mit Illustrationen, Sticker, Buttons und Zines – und wir mittendrin mit unserem „anderen“ Angebot. Für einen kurzen Moment dachten wir: Was machen wir hier eigentlich?


Doch die Besucher:innen waren neugierig, offen, erfreulich unvoreingenommen und sie zeigten großes Interesse an meinen Bildern. Viele blieben stehen, blätterten sich durch meine Fotos und stellten Fragen. Der Portfolio-Ordner bekam spontan ein Preisschild – und wurde halb leer gekauft. Unfassbar.
Und selbst wenn nichts gekauft wurde, ließen viele ein ehrliches, positives Feedback da und griffen zur Visitenkarte – was fast zu einem Problem wurde, da ich den Großteil der extra neu gedruckten Karten zu Hause vergessen hatte. Ganz großes Kino.
Zum Glück sprang meine Schwester kurzfristig ein und druckte abends neue Karten – improvisiert, aber gerettet. Der nächste Tag konnte also mit frischem Karten-Nachschub starten. Vielleicht nicht perfekt geschnitten, aber egal – DIY gehört doch irgendwie zum Kunstmarkt-Flair, oder?

Nebenbei gab’s Kaffee vom Coffee-Bike mit ungewöhnlichen Sorten wie Schwarzwälder Kirsch, Kunst im Obergeschoss, Lesungen, Workshops und sogar Live-Tattoos – falls man sich spontan etwas unter die Haut stechen lassen wollte. Die ganze Veranstaltung war liebevoll organisiert, locker und ein rundum gelungener Tag neigte sich langsam dem Ende zu.
Alle Erwartungen übertroffen
Sonntagmorgen: gemeinsames Aussteller-Frühstück. Großartige Idee! Kaffee, Brötchen und ein bisschen Smalltalk und sogar etwas Zeit, sich die Stände der anderen Künstler anzusehen. Schneller als wir gucken konnten, mussten wir die Frühstückstische abbauen und den Platz für die Besucher räumen.
Langsam füllte sich der Saal wieder und der Ansturm vom Vortag auf die Prints und mein Japan-Zine hielt glücklicherweise nach einer anfänglichen Flaute an. Wieder lernen wir tolle Menschen kennen, unterhalten uns über Reisen, über Fotografie und Kunst. Am Ende des Tages sind wir platt aber gleichzeitig auch überwältigt vom Wochenende, an das wir so gar keine Erwartungen hatten und uns deshalb so positiv überrascht hat.

Fazit: Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren. Jetzt wissen wir: Das war nicht nur eine gute Idee – das war der Anfang von etwas, das unbedingt wiederholt werden muss. Wenn’s nach uns geht, sind wir nächstes Jahr wieder am Start. Mit vielen neuen Ideen und Produkten.
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