Reisebericht Nordmazedonien – Teil 2: Ohrid und Trpejca

Nachdem wir einige Tage in Skopje verbracht hatten, war es an der Zeit weiterzuziehen. Per Fernbus ging es in den Süden des Landes in die Stadt Ohrid, die am gleichnamigen See liegt.

Obwohl Skopje um einiges größer als Ohrid ist, kam uns die Stadt deutlich touristischer vor. Besonders die Fußgänger-Zone und die Promenade am Wasser sind sehr auf die Besucher von Außerhalb ausgelegt. Alle 2 Meter wurden wir angequatscht, ob wir nicht eine Bootstour machen möchten. Das fanden wir schon ein wenig aufdringlich.

Wir zogen fix in Richtung Altstadt und deren kleinen Gassen. Dort war es viel ruhiger und schöner. Auf meiner Bucketliste stand natürlich auch der Besuch der Kirche des heiligen St. Johann von Kaneo. Es ist quasi das Fotomotiv Ohrids. Da es bei unserer Ankunft regnete, hatte ich das Motiv quasi für mich allein. Allerdings fand ich die Ausbeute durch das graue Wetter eher mau. Glücklicherweise hatten wir aber ja noch einen Tag und so übte ich mich in Geduld.

Blick über die Dächer von Ohrids Altstadt
Der Steg führt von der Altstadt bis zur Kirche des heiligen Johann

Am darauffolgenden Abend war das Wetter dann so, wie ich es mir vorgestellt hatte und ich konnte mein Foto machen bevor wir den Abend bei einem Cocktail am See ausklingen ließen.

Am zweiten Abend war das Wetter um einiges besser und ich konnte mein Foto machen, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Auf dem Weg nach Trpejca

Zeit für ein bisschen Abenteuer. Da wir im Internet keine Busverbindung von Ohrid nach Trpejca finden konnten und wir das Geld für ein Taxi sparen wollten, hatten wir uns überlegt, den Weg bis in den etwa 20 Kilometer entfernten Ort einfach zu Fuß zurückzulegen.

Im Vorfeld unserer Reise hatte ich schon versucht, die Straßenverhältnisse im Internet zu erforschen. Einen Teil konnte man einfach am Ohridsee zurücklegen, während andere Teile nur über eine Landstraße führten. Da wir natürlich auch nicht wussten, wie die Wetterverhältnisse während unserer Reise sein werden, hatten wir eine Übernachtung in einem kleinen Ort namens Peshtani auf ungefähr halber Strecke eingeplant. Die Unterkunft war nicht besonders teuer und die Bewertungen waren nicht unbedingt der Hammer. Aber für eine Nacht sollte es wohl gehen. Dachten wir zumindest.

Die Hauptstraße von Peshtani

Doch je mehr wir in die Ecken und auf Details achteten, desto unwohler wurde uns. Zusammengenähte Bettlaken und von Motten zerfressene Decken, Spinnen und Käfer in allen Winkeln ließen uns nur sehr schlecht schlafen. Dementsprechend müde sind wir schon sehr früh wieder aufgebrochen. Den Zimmerschlüssel legten wir der ansonsten sehr netten Dame des Hauses einfach vor ihre Tür.

Die Weiterreise nach Trpejca mit „unserem“ Hund

Nach der kurzen Nacht in Peshtani holten wir uns an einem kleinen Stand einen Kaffee und folgten der Straße zum Ortsausgang. Dort trafen wir auf zwei Straßenhunde. Haustiere, ohne ein Zuhause, gibt es in Nordmazedonien leider im Überfluss. Die Hunde, die uns über den Weg liefen waren aber zum Glück alle freundlich gesinnt.

Die beiden folgten uns einige Meter, ehe einer der beiden wieder zurück ins Dorf lief. Der andere allerdings, wir tauften ihn später „Liberty“ (Liberty Dog = Hund in Freiheit / Herrenlos), folgte uns weiterhin. Tatsächlich folgte uns Liberty die kompletten 8 Kilometer von Peshtani bis nach Trpejca. Leider konnten wir ihn nicht behalten und er verweilte noch eine ganze Zeit am Strand, vor unserer Unterkunft, bis er irgendwann verschwand.

„Liberty“ an einer der illegalen Müllhalden, die es leider viel zu häufig in Nordmazedonien gibt.

Trpejca ist ein kleiner aber feiner Ferienort am Ohridsee. An den Wochenenden kommen viele Mazedonier in den Ort, um am kiesigen Strand zu chillen. Neben dem schönen Strand hatten mich hier aber vor allem die älteren Einwohner fasziniert, die in ihren Gärten Paprika trockneten, um sie später zu Ajvar zu verarbeiten oder Teige für Gjomleze, ein Mazedonisches Brot vorbereiteten.

Die Kirche von Trpejca
Hier ließ es sich aushalten…
Angler in der Abenddämmerung auf dem Ohridsee

Während der Strand sich zum Mittag hin immer mehr füllte, war das restliche Dorf quasi wie ausgestorben. Außer ein paar Bewohnern, die in ihren Gärten saßen oder arbeiteten, war hier nicht viel zu entdecken. Als wir nach fünf erholsamen Tagen wieder abreisen mussten, gelang mir dann aber noch das Foto. Wir packten gerade unsere Taschen, als eine alte Dame einen Spaziergang am Strand machte. Sie gab wirklich ein tolles Motiv ab. Dank dem „Arschtritt“ meiner Frau, rannte ich die Treppe mit der Kamera in der Hand hinunter und fragte die Dame, ob ich ein Foto von ihr machen dürfte.

Mit einem Lächeln nickte sie mir zu und ich machte zwei, drei Fotos. Ich war mega zufrieden mit dem Foto, auch wenn ich erst hinterher bemerkte, dass ich die Aufnahme zumindest von den Einstellungen her ordentlich verkackt hatte. Aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen, denke ich.

Einer von insgesamt zwei Supermärkten in Trpejca. Die Getränkekisten dienten als Sitzgelegenheiten, als wir auf den Bus warteten.

Während unseres Aufenthalts in Trpejca hatten wir herausgefunden, dass es eine Busverbindung zwischen dem Dorf und Ohrid gibt. Als wir auf den Bus warteten, hielt ein Taxi an und der Fahrer wollte uns nach Ohrid fahren. Da wir ihn auf den Preis des Bustickets herunterhandeln konnten, nahmen wir sein Angebot an und fuhren für umgerechnet knapp 3€ die 20 Kilometer nach Ohrid, von wo aus wir in die nächste Stadt namens Bitola aufbrachen.

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